Diese Woche, die erste nach den vergangenen zweiwöchigen Ferien, ist wie im Fluge vergangen. Gleichzeitig kann ich mich kaum noch an einzelne Momente erinnern. So sehr war ich in meine Arbeit vertieft. Vor den Ferien habe ich die Entscheidung getroffen, an Unterrichtstagen länger in der Schule zu bleiben, um die zu erledigenden Aufgaben besser in den Griff zu bekommen.
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Schummelnde Schüler*innen
Speziell seit vorletztem Jahr habe ich mit einem Problem zu kämpfen, welches immer stärker zunimmt: schummelnde Schüler*innen. Hatte ich zuvor mal mit einer oder zwei Personen umzugehen, die sich nicht an die Regeln hielten, so hat sich das betrügerische Verhalten im Rahmen von Leistungsüberprüfungen inzwischen zu einem echten Problem entwickelt. Es handelt sich hierbei nicht etwa um ein individuelles Problem, welches nur mich betrifft. Auch andere Kollegen*innen haben vermehrt damit zu kämpfen.
Kaum zu fassen, dass es schon zwei Jahre her ist
Begonnen habe ich diesen Artikel am 17.10.2022. An jenem Tag vor genau zwei Jahren habe ich hier auf Lærari.com meinen ersten Artikel „Muss ich als guter Lehrer mein eigenes Leben aufgeben? – Auf der Suche nach einem Ausweg“ veröffentlicht. Meine grundsätzliche Motivation, meine eigene Website zu erstellen rührte daher, dass ich als Junglehrerin stetig Neues lerne oder entdecke. Dies möchte ich gerne mit allen Lehrern*innen teilen. Einerseits besteht meine Hoffnung darin, ihnen ihren Arbeitstag durch meine Tipps erleichtern zu können, andererseits erhoffe ich mir aber auch einen regen Austausch. Denn gerade als Junglehrer*in kann man stetig etwas dazulernen. Doch auch als langgestandene Lehrkraft gibt es noch Neues zu entdecken.
Ein neues Projekt
Diese Woche möchte ich einmal von einem, meiner Meinung nach, recht außergewöhnlichen Projekt sprechen, welches nun an meiner Schule ins Leben gerufen wurde. Außergewöhnlich ist es zumindest für meine Arbeitsstätte. Soweit ich gehört habe, ist ein solches auch an anderen Schulen nicht unbedingt gang und gäbe. Zudem handelt es sich hierbei, wie ich finde, um eine sehr positive Entwicklung. Und zwar haben zwei Kolleginnen – eine unterrichtet Englisch, die andere Französisch – zu Beginn dieses Schuljahrs eine „Gruppe für den Austausch von Praktiken“ ins Leben gerufen.
Neues Schuljahr, neue Gesichter
Vor ungefähr fünf Wochen hat das neue Schuljahr begonnen. Neben all den Dingen, die der Beginn eines neuen Schuljahres so mit sich bringt, gehören natürlich auch viele neue Gesichter dazu. Das empfinde ich immer wieder als spannend. Was mögen sich für Charaktere hinter diesen Gesichtern verbergen. Werden wir gut miteinander zurechtkommen? Wie wird das Arbeiten mit ihnen sein? Sind sie motiviert oder haben sie nur wenig Lust auf das neue Schuljahr?
Auch dieses Mal haben mich all diese Fragen die ersten Stunden über begleitet.
Allgemein haben sich die Klassen als recht interessiert herausgestellt. Es gab auch schon echt schöne Momente. Sowohl mit ehemaligen Schülern*innen als auch mit neuen. So hat sich beispielsweise ein ehemaliger Schüler mehrmals erkundigt, ob ich nicht doch eine Klasse in seinem Jahrgang übernehmen wollen würde. Auch meinte eine neue Schülerin, dass sie das Gefühl habe, Englisch nun doch zu mögen – meinetwegen. Noch dazu hat mir eine ehemalige Schülerin, die ich drei Jahre in Folge unterrichtet habe, gesagt, dass sie mich vermissen würde. Wir hätten doch auch noch das vierte Jahr zusammen erleben können.
All diese Erlebnisse haben mir selbstverständlich ein gutes Gefühl gegeben, mich bestätigt und motiviert.
Aber wie so oft kann ja nicht immer alles so super laufen.
Am 24. September 2022 wurde ich auf Twitter auf einen Tweet aufmerksam, in welchem darüber bereichtet wurde, dass Fortbilder*innen eines bestimmten Programms versuchen, Lehrer*innen zu helfen, effektiver zu arbeiten. So nett das auch klingt, so sehr habe ich mich gefragt, wie sehr das wirklich nötig und überhaupt machbar ist.
Auf Lærari gebe ich auch immer wieder Ratschläge, wie man die eigene Arbeit erleichtern oder verbessern kann beziehungsweise wie ich meine eigenen Arbeitsweisen habe verbessern können. Mein Hauptziel ist dabei, es anderen Lehrern*innen leichter zu machen, indem sie meine Fehler nicht wiederholen müssen.
Gleichzeitig hat mich dieser Tweet aber auch aufhorchen lassen. Denn, wenn Lehrkräften in Fortbildungen beigebracht werden soll, wie sie effektiver arbeiten können, so stellt sich mir neben der Frage, wie sich dies im Alltag umsetzen lässt, noch eine ganz andere. Die nämlich, warum dies überhaupt nötig ist.
Vor zwei Wochen hat nun das neue Schuljahr begonnen. Und natürlich sind die ersten Tage wie im Flug vergangen. Dabei war neben der Frage, ob die vor den Ferien für jede Lehrkraft vereinbarten Klassenstufen eingehalten werden würden, natürlich insbesondere der Stundenplan von Interesse.
In dieser Woche wäre bei all dem Trubel, den ein neues Schuljahr so mit sich bringt, beinahe eine wichtige Zahl untergegangen: die 100 nämlich.
Denn bei diesem Blogbeitrag handelt es sich um meinen 100. Artikel! In Worten „einhundert“! So viele Artikel habe ich hier auf Lærari bereits veröffentlicht. Und um ehrlich zu sein, macht es mich schon ein wenig stolz, dass ich es bis zu dieser Nummer geschafft habe.
Diese Woche ging bei mir, wie bei so vielen, das neue Schuljahr wieder los. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels jedoch befinde ich mich noch in den letzten Zügen der Sommerferien, vor den ersten Terminen also. Zu Beginn der Woche führte ich meine Bestrebungen fort, die ersten Wochen zu planen, um nicht allzu gestresst zu sein, wenn es dann losgeht.
Ich merke aber deutlich, dass ich mich noch nicht bereit fühle. Vielleicht liegt dies auch daran, dass die Ferien mit zwei Monaten sehr lang waren. Das ist natürlich nicht negativ. Man gewöhnt sich dann aber schnell daran, in den Tag hineinleben zu können. Es wird einem ermöglicht zu entschleunigen.
Termine sind meist selbst auferlegt und können größtenteils nach dem eigenen Tempo erledigt werden. Möchte man an einem Tag lieber zu Hause bleiben oder lieber an die See fahren, so kann man dies in der Regel selbstbestimmt tun. Es gibt so gut wie keine Verpflichtungen mehr. Abschalten ist da mal richtig möglich. Wie ich allerdings auch in meinem Artikel „Endlich Ferien… und schon wieder vorbei“ beschrieb, war eine sofortige Erholung für mich nicht möglich. Geistig musste ich erst begreifen, dass ich mich nun entspannen durfte.
Sollten Sie meine Beiträge schon etwas länger lesen, so wissen Sie sicherlich, dass ich stets nach Methoden und Wegen suche, meine Arbeitsweise zu verbessern. Der Wunschgedanke hierbei ist der, für mehr Effizienz zu sorgen und dadurch für mehr Zeit – besonders für die wichtigen Dinge im Leben. Schließlich sollte das Leben nicht nur aus Arbeit bestehen.
Es geht mir bei dieser Suche nicht ausschließlich um Methoden, sondern auch um interessante Ideen und Ansätze, die mich die Dinge anders sehen lassen.
Vor Kurzem stieß ich diesbezüglich nun auf einen Beitrag des US-amerikanischen Unternehmers und Autors Seth Godin (*10.06.1960). Was ich dort las, war zwar kurz, dafür aber umso tiefgreifender. Der Titel „Clues that you might not be trying hard enough“ (also: Hinweise, dass Sie sich vielleicht nicht genug anstrengen) zog mich dabei wie magisch an. Das liegt daran, dass ich immer wieder das Gefühl habe, keine Fortschritte zu machen und nicht weiter zu kommen. Da ich dies zumeist auf einen fehlerhaften – nicht mangelhaften – Einsatz meinerseits zurückführe, erhoffte ich mir durch diesen Beitrag einige Tipps, um dies – zumindest etwas – korrigieren zu können.



