Diese Woche ging bei mir, wie bei so vielen, das neue Schuljahr wieder los. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels jedoch befinde ich mich noch in den letzten Zügen der Sommerferien, vor den ersten Terminen also. Zu Beginn der Woche führte ich meine Bestrebungen fort, die ersten Wochen zu planen, um nicht allzu gestresst zu sein, wenn es dann losgeht.

Ich merke aber deutlich, dass ich mich noch nicht bereit fühle. Vielleicht liegt dies auch daran, dass die Ferien mit zwei Monaten sehr lang waren. Das ist natürlich nicht negativ. Man gewöhnt sich dann aber schnell daran, in den Tag hineinleben zu können. Es wird einem ermöglicht zu entschleunigen.

Termine sind meist selbst auferlegt und können größtenteils nach dem eigenen Tempo erledigt werden. Möchte man an einem Tag lieber zu Hause bleiben oder lieber an die See fahren, so kann man dies in der Regel selbstbestimmt tun. Es gibt so gut wie keine Verpflichtungen mehr. Abschalten ist da mal richtig möglich. Wie ich allerdings auch in meinem Artikel „Endlich Ferien… und schon wieder vorbei“ beschrieb, war eine sofortige Erholung für mich nicht möglich. Geistig musste ich erst begreifen, dass ich mich nun entspannen durfte.

Erste Nachrichten

Die Sommerferien habe ich fast ausschließlich in Deutschland verbracht. Am vorletzten Freitag ging es nun zurück und direkt am gleichen Abend durfte ich dann auch schon die erste E-Mail der Schule entdecken. Am Mittwoch sollte es wieder losgehen, mit einem langen Tag voll mit Konferenzen und Besprechungen. All die Details wurden in dieser E-Mail aufgelistet. Und obwohl ich eigentlich an derlei E-Mails gewöhnt sein müsste, hat mir diese direkt vor Augen gehalten, dass ich Schwierigkeiten habe, die Ferien gehen zu lassen.

Alltagsinseln“

„Alltagsinseln“

Mein Warum

Was mir durch dieses Gefühl vor Augen gehalten wurde, ist, dass ich lernen muss, mir kleine Inseln der Ruhe zu schaffen. Das Schuljahr darf nicht aus einem permanenten Arbeiten bestehen, wobei sich erst in den Ferien Ruhe gegönnt wird. Ich möchte erlernen, die kleinen freien Momente so intensiv zu nutzen, dass ich erholt aus diesen hervorgehe. Es liegt mir am Herzen, diese kleinen Augenblicke, diese „Alltagsinseln“, voll und ganz zu genießen. Dabei ist es auch mein Ziel, den Stress zu reduzieren und für mehr Ausgleich zu sorgen, um langfristig mehr Zufriedenheit zu verspüren. Ich erhoffe mir, seltener mit dieser gewissen Unzufriedenheit durch den Alltag und zur Arbeit zu gehen sowie gelassener zu sein.

Das Problem

Mein Problem besteht darin, dass ich mich in freien Momenten oftmals gedanklich nicht von der Schule lösen kann. Dabei schreibe ich schon Listen, um sicherzugehen, dass ich nichts vergesse – in der Regel tue ich dies am Tag zuvor, sodass mich diese Punkte nachts nicht umtreiben müssten. Auch habe ich mir angewöhnt, ab einer gewissen Uhrzeit nichts mehr für die Schule zu tun. All dies war aber nicht genug. Mitunter habe ich sogar kaum etwas für mich getan, eben weil ja am nächsten Tag wieder Schule war. Dass das der falsche Weg ist, ist natürlich offensichtlich.

Dies möchte ich unbedingt ändern. Schließlich brennt man so aus. Wenn die Schule den kompletten Lebensalltag bestimmt, so wird man immer unzufriedener. Darauf führe ich auch meine derzeitigen Gedanken in Hinblick auf den Beginn des neuen Schuljahres zurück. Ich habe Angst, wieder in meine alten Muster zurückzufallen.

Kaum tue ich aber nichts für die Schule, so weiß ich oft nicht, was ich in dieser freien Zeit tun soll. Gerade dann, wenn ich nur ein paar Minuten zur Verfügung stehen habe. Ich habe Hobbys, auch solche, für die ich nicht viel Zeit benötige. Ich könnte also auch in, sagen wir mal, zehn freien Minuten etwas für mich tun. Oftmals habe ich jedoch Schwierigkeiten mich zu entscheiden und tüdel dann so lange herum, bis ich wieder nichts getan habe. Das macht unzufrieden und ist selbstverständlich auch nicht hilfreich, wenn man etwas für sich selbst tun möchte.

Alltagsinseln“ nutzen

Mein Ziel ist es also, aktiv daran zu arbeiten, diese „Alltagsinseln“ so gut wie möglich zu nutzen. Da ich mir meiner Probleme abzuschalten und auch die kleinen Momente intensiv zu nutzen aber erst so allmählich bewusst werde, kann ich hier noch nicht von meinen Erfahrungen sprechen. Ich kann also nur von meinen Überlegungen berichten.

Ich schreibe sehr gerne Listen. Und so kam mir die Idee, dass es sich für mich lohnen könnte, direkt Aktivitäten zu notieren, denen ich in diesen freien Momenten nachgehen könnte. Diese könnte ich je nach Zeitaufwand ordnen. Habe ich beispielsweise nur zehn Minuten zur Verfügung stehen, so könnte ich hier natürlich keinen Ausflug machen, aber ich könnte mir Notizen zu einem neuen Artikel machen und/oder Bilder für diesen recherchieren.

Steht mir hingegen eine Stunde zur Verfügung, so könnte ich in dieser Sport treiben oder an die frische Luft gehen. Da ich verschiedene Arten von Sport mag, könnte ich auch schon vorab, je nach Zeitaufwand und nach der zur Verfügung stehenden Zeit, eine Sportart auswählen. Da ich gerne Übungen von Sportvideos mache, könnte ich schon zuvor einige für die freie Zeit auswählen.

„Alltagsinseln“ planen?

Oftmals wird gesagt, die freie Zeit sollte nicht durchgeplant sein. Dennoch würde mir dies, zumindest zu Beginn, doch helfen. So würde ich mich nicht der Problematik der Entscheidungsfindung durch die vielen Möglichkeiten aussetzen. 

Im Englischen wird dieser Aufwand, den wir gedanklich betreiben müssen, wenn zu viele Möglichkeiten gegeben sind, auch als friction, also Reibung, bezeichnet. Je mehr Optionen, desto schwieriger die Entscheidungsfindung.

Ohne eine derartige Planung würde ich riskieren, gar nichts zu tun, da ich mich vermutlich wieder einmal nicht entscheiden könnte. So, wie ich mich kenne, würde ich auch viel Zeit durch den langen Entscheidungsprozess verlieren. Das Ergebnis wäre höchstwahrscheinlich, dass ich für noch mehr Unzufriedenheit sorgen würde.

Mit einem Plan könnte ich stattdessen direkt mit der Sache beginnen, die ich mir vorab überlegt habe. Wichtig ist für mich, dass es konkret sein müsste. Statt also zu schreiben „Sport machen“, würde es mir helfen, direkt die Sportart und/oder ein Video zu benennen. Für einen Spaziergang könnte ich bereits ein oder zwei Routen auswählen. Je konkreter, desto wahrscheinlicher werde ich dies auch auswählen, ohne lange nachzudenken.

Wichtig ist es, dass ich Aktivitäten auswähle, die mich mit Freude erfüllen. Neben den genannten Hobbys zählen dazu auch, einen schönen Abend mit meinem Partner zu verbringen, einen Film zu schauen, Ausflüge, Kochen etc. Je nachdem wieviel Zeit mir zur Verfügung steht.

Abschließend…

Bemerkt man an sich selbst wiederkehrende Muster, so gilt es auch deren Ursache(n) zu identifizieren. In meinem Fall rührt das permanente Gefühl der Unruhe vor Beginn des neuen Schuljahres wohl aller Wahrscheinlichkeit daher, dass ich meinem Beruf zu viel Macht über meinen Alltag zugestanden habe. Während des Schuljahres kreisten meine Gedanken fast ununterbrochen um die Arbeit. Erholung fand ich somit nur in den Ferien, selbst die Wochenenden waren zumeist zu kurz.

Das muss sich selbstverständlich ändern. Zum Einen natürlich, um ein Ausbrennen zu verhindern, aber auch, um für mehr Zufriedenheit und Stressresilienz zu sorgen. Durch das nutzen freier Momente, egal wie kurz, möchte ich wieder mehr für mich tun. Um zu verhindern, dass ich diese „Alltagsinseln“ nicht ausreichend nutze, werde ich diese planen, sodass ich verhindere, durch eine zu große Bandbreite an Möglichkeiten gehemmt zu werden. Ich werde Sie natürlich hier darüber auf dem Laufenden halten, wie gut ich dies in der kommenden Zeit umsetzen konnte. 

Zu guter Letzt kam mir noch die Überlegung, dass ich es vielleicht doch einmal mit Aktivitäten wie der Meditation versuchen sollte. Um wirklich abschalten zu können, braucht es natürlich Zeit. Mit einiger Übung könnte ich mir aber gut vorstellen, dass mir auch dies gut helfen könnte, um in freien Momenten während des Tages zusätzlich für eine innere Ruhe zu sorgen.

Und Sie?

Haben oder hatten Sie eventuell auch mit Problemen abzuschalten und auch die kleinen Momente für sich zu nutzen zu kämpfen? Was tun Sie dagegen oder was haben Sie dagegen getan? Oder geht es Ihnen genau wie mir? Teilen Sie gerne Ihre Gedanken mit mir und der Leser*innenschaft in Form eines Kommentars oder schreiben Sie mir eine direkte Nachricht. Ich würde mich sehr darüber freuen.

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