Es ist noch kein (Fremdsprachen-)Lehrer vom Himmel gefallen.

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Handys im Klassenzimmer – Hilfe oder Hemmnis?

Probleme mit Smartphones im Unterricht

Handys im Unterricht

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe immer wieder mit dem Problem zu kämpfen, meine Schüler*innen zur Einhaltung der Regel „Handyverbot“ im Unterricht zu bewegen. Immer wieder muss ich beobachten, wie einige Schüler*innen lange und konzentriert in ihre Tasche schauen. Dass sie dabei nicht auf ihre Schulmaterialien starren, ist offensichtlich. Was ihre Aufmerksamkeit da so stark auf sich zieht ist in 99% der Fälle ihr Handy. Ich hatte sogar schon einen Fall, in welchem sogar das Licht des Bildschirms durch die Tasche schien…

Lehramt – vielfach ein undankbarer Beruf

In der vergangenen Woche berichtete ich insbesondere von einem Vorfall, der sich in einer Schule in Frankreich zugetragen hat. Dabei wurde ein Sportlehrer im Rahmen des Unterrichts vor den Augen seiner Schüler*innen zunächst beleidigt und dann so stark geschubst, dass er zu Boden ging. In dem betreffenden Artikel „Kein Respekt vor Lehrern*innen… – Unfassbarkeit“ schrieb ich auch, dass dieses Verhalten deutlich zeigt, wie sehr die Würde dieses Lehrers missachtet wurde. Man kann schon sagen, dass er als minderwertig betrachtet wurde, wenn ein derartiger Angriff auf ihn als gerechtfertigt angesehen wurde.

Obwohl es sich hierbei nicht um einen Einzelfall handeln soll, so kann dieser Vorfall dennoch als Extremsituation erachtet werden. Nichtsdestotrotz spiegelt dieses Ereignis dennoch eine Realität wieder, die sich in verschiedenen Formen zeigt: der Trend dahin, dass der Tätigkeit einer Lehrkraft zunehmend mit weniger Achtung begegnet wird. Immer mehr wird auch abwertend über diesen Beruf gesprochen.

Kein Respekt vor Lehrern*innen… – Unfassbarkeit

In meinem Artikel der vergangenen Woche äußerte ich mich zu Waffengewalt an Schulen, mit speziellem Verweis auf den Amoklauf an einer Grundschule in Uvalde, USA vom 24. Mai 2022. (Hier geht es zum Link: „Waffengewalt an Schulen – Eine Reflexion„) In diesem Artikel schrieb ich auch, dass sich eigentlich so niemand wirklich sicher sein kann, nicht auch Opfer eines Angriffs jeglicher Art werden zu können. Schließlich muss man sich „lediglich“ zur falschen Zeit am falschen Ort aufhalten. Somit kann man sich auch als Lehrkraft nicht sicher sein, nicht in jeglicher Form attackiert werden zu können – ob nun mit Waffen oder in anderer Form. Und genau dies musste ich nur wenige Tage nach dem Amoklauf in einem Artikel lesen. (Hier geht es zum Artikel: „Loiret : Un professeur agressé devant ses élèves“.)

Waffengewalt an Schulen – Eine Reflexion

USA-Waffenrecht

Angesichts der erneuten Schießerei an einer Schule in den USA, die sich am 24. Mai 2022 zugetragen hat, möchte ich heute nicht über etwas Lehrreiches für den Unterricht bzw. Unterrichtsalltag sprechen. Stattdessen möchte ich mein Unverständnis dafür ausdrücken, dass es in den Vereinigten Staaten nach wie vor so oft zu Schießereien an Schulen kommt. Die Orte, an denen die Kinder vermeintlich in Sicherheit sein sollten, werden immer wieder zur Zielscheibe von Angreifern. Dabei gelangen diese Menschen immer wieder ungehindert in diese Gebäude und können daraufhin auf alles schießen, was sich bewegt. Wie ist das möglich?

Das Schuljahresende – Ein ewiger und ermüdender Kampf

Wenn ich zuletzt von den Problemen zum Schuljahresende hin gesprochen habe, so ging es zumeist darum, dass es sich beim Sammeln von Noten und Schreiben von Zeugniskommentaren um einen anstrengenden Prozess handelt. Heute möchte ich mich mal nicht zu diesem Aspekt äußern. Denn ein weiterer Punkt, der einem das Schuljahresende unnötig verkompliziert, ist der, nach dem Notenschluss noch weiterhin Unterricht erteilen zu müssen.

Webinare – Rudern Sie weiter gegen den Strom…

Weiterbildung als Schlüssel zum Erfolg

Der britische Komponist, Dirigent und Pianist Benjamin Britten (1913-1976) sagte einst: „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.“

Dieses Zitat enthält sehr viel Wahres. Es ist tatsächlich so, dass es nur wenig nützlich ist, wenn man nur bis zu einem gewissen Punkt lernt und dann die Beine hochlegt. Es ist, als würde man sich auf den eigenen Lorbeeren ausruhen. Dabei gibt es doch noch so viel mehr zu lernen.

Speziell in unserer heutigen Gesellschaft, die sich rasend schnell weiterentwickelt, kommen täglich neue Dinge auf, die generell interessant oder aber wichtig zu wissen sind. Idealerweise kann dieses neue Wissen uns auch in unserem Berufsleben hilfreich sein. Noch dazu werden Forschungen stetig weitergetrieben und was vor einigen Jahren noch allgemein Usus war oder eine anerkannte Wahrheit, wird heute als Irrglaube identifiziert.

Webinare

Ich bin immer wieder auf der Suche nach neuen Informationen und Methoden, die mein Unterrichten verbessern können. Schon seit einiger Zeit nutze ich deshalb die Möglichkeit, an Webinaren, also Onlineseminaren, teilzunehmen. Dabei bietet beispielsweise Ernst Klett Sprachen dies kostenlos an. Ich finde das großartig! (Keine Sorge: Ich werde für diesen Hinweis nicht bezahlt. ;-))

Selbstverständlich ist nicht jedes Webinar gleichermaßen hilfreich für einen selbst und auch nicht jede/r Redner*in ist gleichermaßen gut. Nichtsdestotrotz kann man eigentlich immer etwas für den eigenen Unterricht mitnehmen. In der vergangenen Woche habe ich beispielsweise an einem Webinar teilgenommen, welches Tipps zum Vokabelunterrichten gab. Diese Hinweise beruhten sowohl auf den eigenen Erfahrungen der Rednerin, die selbst Lehrerin ist, wie auch auf aktuellen Studien. Gerade letzteres finde ich interessant, da uns dies den Druck nimmt, einer bestimmten Arbeitsweise entsprechen zu müssen.

Neben Webinaren gibt es selbstverständlich viele weitere Methoden, um sich bezogen auf den eigenen Unterricht fortzubilden. Diese Art der Weiterbildung empfinde ich jedoch als besonders interessant. Es ist zum einen praxisnah, da viele Webinare von Lehrkräften geführt werden, die aus eigener Erfahrung sprechen, und zum anderen ist es praktisch, da man sich nicht einmal vom heimischen Schreibtisch fortbewegen muss.

Fazit

Abschließend lässt sich festhalten, dass es für die eigene Weiterbildung nicht immer nur offiziell beantragte Fortbildungen oder Materialien wie Lehrbücher sein müssen. Auch Webinare sind ein hilfreiches Mittel, oder zumindest können sie es sein, um sich beruflich fortzubilden. Im Allgemeinen sollten wir mit der eigenen Fortbildung nicht warten, bis uns die Schule etwas anbietet. Jegliche Möglichkeit, um zu besseren Lehrkräften zu werden, sollten wir nutzen, soweit es uns zeitlich wie auch finanziell möglich ist. Denn stetig werden neue Ergebnisse von Studien veröffentlicht, die einen Einfluss auf den Unterricht haben könn(t)en oder es werden neue Methoden und Ideen vorgestellt. Begnügen wir uns also nicht mit dem, was wir bereits wissen. Und schließlich heißt es ja auch: „Wer rastet, der rostet.“

Erschöpfung und Müdigkeit 2.0 – Eine Ursachensuche

Die Ferien sind vorüber und die Erschöpfung ist da…

Gerade erst sind zwei Wochen Ferien vorübergegangen und man möchte meinen, dass ich nun ausgeruht und voller Energie in die letzte Phase des Schuljahres starten sollte. Dem ist jedoch nicht so. In der Regel schreibe ich meine Artikel donnerstags. Dabei handelt es sich um meinen freien Tag (abgesehen selbstverständlich von den Wochenenden). Während ich hier vor dem Laptop sitze, muss ich feststellen, wie erschöpft ich mich plötzlich fühle. Ich möchte mich eigentlich nur hinlegen und gar nichts tun. Woher kommt dies aber, wo doch gerade Ferien waren?

Korrekturen

Zum einen rührt diese Müdigkeit höchstwahrscheinlich daher, dass ich in diesen Ferien wider Erwarten natürlich doch habe korrigieren müssen. Da wir einschließlich dieser Woche nur noch drei Wochen bis zum Notenschluss des dritten Trimesters zur Verfügung haben, um alle geforderten Leistungen umzusetzen, habe ich versucht, so gut wie möglich Evaluationen in die Zeit vor den Ferien zu verlegen. Auf diese Weise habe ich nun in einigen Klassen beispielsweise gar keine Überprüfungen mehr anstehen und in den verbleibenden nur noch je eine Klassenarbeit beziehungsweise Klausur. 

Dadurch hatte ich jedoch vor den Ferien einen riesigen Stapel mit zu korrigierenden Arbeiten etc. angehäuft. Die ersten fünf bis sechs Tage der Ferien habe ich also nur mit Korrekturen zugebracht. Denn wie es gerne der Fall ist, kam ich nur recht langsam voran. Und leider habe ich auch die schlechte Angewohnheit, mir Spaß zu verbieten, ehe ich nicht alles erledigt habe. Somit habe ich die Ferien nicht ausschließlich ausspannen können.

Schuljahresende

Ein weiterer Grund für diese Erschöpfung ist wohl aber auch der, dass es gerade zum Schuljahresende hin eine Vielzahl Dinge zu erledigen gilt. Die letzten Klassenarbeiten beziehungsweise Klausuren sind zu schreiben, die natürlich auch korrigiert werden wollen. Zudem müssen die mündlichen Noten erfasst und die Zeugniskommentare geschrieben werden. Noch dazu ist letzteres in unserem Schulsystem zum Schuljahresende deutlich zeitaufwändiger: Statt einem Zeugniskommentar für das Trimesterende schreiben wir neben diesem am Ende des Schuljahres auch noch einen Kommentar für das ganze Schuljahr. Glücklicherweise ist dies nicht in allen Klassenstufen der Fall. Dennoch habe ich in fünf meiner sechs Klassen je zwei Zeugniskommentare pro Schüler*in zu verfassen. Noch dazu gibt es immer noch soviel Krimskrams, der zu erledigen ist, bevor man in die Ferien verschwinden kann. Es ist, als wäre ich schon vorab müde. So als würde mich der Gedanken an das zu Erledigende bereits jetzt ermüden.

Komisch, aber ist so…

Seltsamerweise müsste ich aber gar nicht gestresst sein. Ich habe derzeit eigentlich alles super im Griff. Bereits in den nächsten Tagen werde ich mit dem Schreiben der Zeugniskommentare für die Klassen beginnen, in denen ich bereits alle Klausuren geschrieben habe, obwohl diese erst in vier Wochen fällig wären. Auch habe ich die Stundeninhalte und Materialien für die kommenden Wochen bereits abgeschlossen und die Arbeitsblätter bereits kopiert. Eigentlich müsste ich also jetzt quasi tiefenentspannt sein.

Merkwürdigerweise ist dem aber nicht so. Eventuell liegt es daran, dass das Schuljahr sehr arbeitsreich war und generell vermehrt Dinge von uns abverlangt werden. Andauernd kommen neue Aufgaben zu unseren bisherigen hinzu. Auch trage ich oft die Sorge mit mir herum, etwas vergessen zu haben oder zu können, obwohl ich alles fein säuberlich notiere und abhake, sobald es erledigt ist. Gleichzeitig kann es natürlich aber auch der Stress der vergangenen Monate sein, der nun so langsam abfällt und beachtet werden möchte.

Abschließend…

Wie Sie sehen können, weiß ich immer noch nicht, woher mein Erschöpfungszustand rührt. Höchstwahrscheinlich ist es eine Kombination aus all den genannten Dingen. Dem Marathon an Korrekturen während der Ferien, nicht genug Ruhe in dieser Zeit und die vielen Aufgaben, die vor Schuljahresende noch beachtet werden müssen. Eventuell kann diese Erschöpfung natürlich auch daher stammen, dass ich einfach generell eine ausgesprochen gute Arbeit erledigen möchte und dementsprechend viel dafür tue. Abschalten gelingt mir nicht immer leicht, trotz Sport und dem Versuch, meine Hobbys nicht allzu sehr zu vernachlässigen, wenn der Schulalltag mal wieder allzu sehr von mir abverlangt. Mein Ziel für die kommenden Wochen ist es somit, mich mehr um mich selbst zu kümmern und auch mal auszuspannen.

Mich würde interessieren, was Sie tun, wenn Sie sich derart erschöpft fühlen. Haben Sie einen Tipp? Vielleicht haben Sie ja auch etwas, was simpel klingt, aber ausgesprochen effektiv ist. Oder Sie tun etwas, was andere als merkwürdig oder sinnlos erachten, aber was Ihnen ausgesprochen gut hilft, wenn Sie der Arbeitsalltag auslaugt. Schreiben Sie mir gerne – als Nachricht oder hier als Kommentar. Ich bin immer für gute Ratschläge zu haben. 

Englisch im Ausland unterrichten – Erfahrungen & Tipps

Wie Sie meiner Vorstellungsseite entnehmen können, lebe und unterrichte ich derzeit in der Elfenbeinküste. Das Schulsystem, in welchem ich tätig bin, entspricht dem Frankreichs. In meinen beiden Artikeln „Schulsysteme – Ein frankoivorisch-deutscher Vergleich Teil I“ und „Schulsysteme – Ein frankoivorisch-deutscher Vergleich Teil II“ habe ich bereits über meine generellen Beobachtungen bezüglich der Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Schulsysteme Deutschlands, Frankreichs und der Elfenbeinküste geschrieben. 

Im Folgenden möchte ich nun genauer davon berichten, wie es ist, Englisch im Ausland zu unterrichten. Denn im französischen Schulsystem ist es üblich, dass eine Lehrperson ausschließlich ein Fach lehrt. Da es selbstverständlich auch hier Aspekte gibt, die die beiden Schulsysteme – das Deutschlands und das Frankreichs – gemein haben und in denen sich diese unterscheiden, werde ich dies mit in meinen Bericht einfließen lassen.

Schulsysteme – Ein frankoivorisch-deutscher Vergleich Teil II

Einstieg

Wie aus meiner Vorstellungsseite hervorgeht, unterrichte ich derzeit an

einem französischen Lycée in der Elfenbeinküste. Aus diesem Grund trat eine Leserin mit der Idee an mich heran, einen Vergleich zwischen meinem derzeitigen und dem deutschen Schulsystem vorzunehmen. In diesem zweiten Teil meiner Miniserie möchte ich nun vertiefend auf den Schulalltag eingehen wie auch auf die Besonderheiten einer französischen Schule im Ausland.

Gedichte unterrichten – Ein Ding der Unmöglichkeit?

Müde Reaktionen

Kündigen wir unserer Unterrichtsklasse an, dass wir in der nächsten Zeit unter anderem Gedichte behandeln werden, so ist die Reaktion zumeist dieselbe. Ein unwirsches Murren, ein „Och, nee.“ oder ähnliche müde Reaktionen. Nur selten löst eine derartige Ankündigung Begeisterungsstürme aus. Das Unterrichten von Gedichten muss dabei gar nicht verstaubt sein. Man muss sich nur zu helfen wissen. 

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