Wer sitzt da eigentlich vor mir im Klassenzimmer? Über die Zeit hinweg, die wir unsere Schüler*innen unterrichten, finden wir bei einigen tatsächlich eine Antwort darauf. Bei einem Teil gelingt uns dies aber nicht so oft. Lediglich durch Gespräche abseits des Unterrichtsgeschehens oder wenn sich dies mal durch ein Unterrichtsthema anbietet. Zumindest geht es mir so. Umso mehr war mein Interesse geweckt, als ich die Frage nach der eigenen Identität in meinen Unterricht einbauen konnte. Damit habe ich im letzten Jahr begonnen. Und diese Woche habe ich dadurch eine besonders schöne Stunde erlebt.
Autor: Laerari Seite 4 von 17
„Der Wert einer Idee liegt in ihrer Umsetzung.“ Thomas Edison (1847-1931), Elektrotechniker und Erfinder
Thomas Edison hat es auf den Punkt gebracht: Eine Idee allein bringt nichts. Sie muss sich auch sinnvoll in die Tat umsetzen lassen. Genau das hat sich vor Kurzem einmal mehr in unserer Schule bewahrheitet. Dort gab es nämlich zu Beginn des Schuljahres 2023/24 eine Neuerung, die in der Theorie recht gut klang, sich aber dann in der Realität als herbe Enttäuschung erwiesen hat.
Nein. Nicht. Nö. Fällt es Ihnen manchmal auch so schwer, das zu sagen? Im Arbeitsbereich kostet mich das Aussprechen dieser Worte oftmals riesige Überwindung. Zu sehr habe ich Angst vor möglichen negativen Konsequenzen. Dementsprechend ausweichend reagiere ich in solchen Fällen auf Bitten etc. Bloß, um die Menschen nicht vor den Kopf zu stoßen. Deshalb feiere ich umso mehr, dass ich es vor Kurzem dennoch gewagt habe, Nein zu sagen.
Durch „Herr(n) Mess“ (https://herrmess.de/2024/01/07/edublogparade-2024-1-runde/) bin ich auf das Konzept der Blogparade aufmerksam geworden. Hierbei verfassen alle Interessierten zu einem Thema einen Artikel und veröffentlichen diesen bis zu einem festgelegten Datum auf ihrem Blog. Ziel ist insbesondere die vertiefende Vernetzung von Bloggern*innen. Dieses Mal möchte ich (zum ersten Mal) ebenfalls daran teilnehmen.
Thema: Mein (schulisches) Motto für 2024
Wie aus dem Titel dieses Artikels deutlich wird, ist das erste Thema das des (schulischen) Mottos für dieses neue Jahr. Ein solches auszuwählen, fiel mir zunächst gar nicht so leicht. Über mehrere Tage hinweg überlegte ich hin und her. Schließlich ist ein solches Motto nicht das Gleiche wie Neujahrsvorsätze, die nach ein paar Wochen sowieso über den Haufen geworfen werden. Ein Motto ist da doch eher etwas wie ein guter Stern, unter dem alles steht. Wie ein Filmtitel, der diesen Lebensabschnitt beschreibt. Dieser sollte schon mehr oder weniger weise gewählt werden. Schlussendlich ist meine Wahl auf „Mehr Abschalten und mehr Präsenz“ gefallen.
Der Afrika-Cup (La Coupe d‘Afrique des nations (CAN) auf Französisch oder Africa Cup of Nations auf Englisch). Dabei handelt es sich um das größte Fußball-Event in Afrika. Und dieses Jahr findet er tatsächlich in der Elfenbeinküste statt. Heute, am 13.01.2024, geht es los. Natürlich beginnt das Ganze mit einem Spiel der Nationalmannschaft. Bis zum 11. Februar werden die Spiele zwischen den Mannschaften ausgetragen, die sich qualifizieren konnten. Und natürlich ist alles aus dem Häuschen.
Sogar der Schulunterricht ist dem angepasst worden. Am kommenden Donnerstag, dem 18.01., und am nachfolgenden Montag, dem 22.01., spielt die ivorische Nationalmannschaft, genannt Les Éléphants. Aus diesem Grund fällt hier sogar der Unterricht aus, damit auch die Schüler*innen das Team anfeuern können. (Ob dafür wirklich ein ganzer Tag ausfüllen muss, steht natürlich auf einem anderen Blatt.) Dafür sollen die ausgefallenen Tage dann in den nächsten Schulferien nachgeholt werden. Unserer Schule wurde freigestellt, wie der Unterricht nachgeholt wird, da es sich hierbei um eine französische Schule handelt. Das hat jedoch auch für leichten Unmut gesorgt, wie Sie gleich erfahren werden.
Freude… mit einem leicht bitteren Beigeschmack
Natürlich sind alle gespannt, wie der Afrika-Cup ablaufen wird und natürlich auch, wie sich die Éléphants schlagen werden. Gleichzeitig hat sich der Freude aber auch ein leicht bitterer Geschmack beigemischt. Zumindest ist dies an meiner Schule so. Immer wieder flammen Diskussionen im Lehrerzimmer auf, weil die Schulleitung Folgendes entschieden hat: Statt in den Ferien werden die Stunden vom 18. und 22.01. über vier Mittwoche verteilt nachgeholt. Mittwochs haben die meisten Lehrkräfte nämlich traditionell nachmittags frei, weshalb dort Platz für diese „zusätzlichen“ Stunden ist. Meint zumindest die Schulleitung.
Prüfungen, die nicht Teil des generellen Unterrichts sind und an den besagten Tagen stattgefunden hätten, Sportkurse, die sonst mittwochs stattfinden, und eine Reihe weiterer Kurse wurden dafür allen Ernstes sogar auf vier verschiedene Samstage gelegt. Die betroffenen Lehrer*innen haben sich natürlich schön bedankt. Anstatt sich also voll und ganz auf das Spektakel rund um den Afrika-Cup konzentrieren zu können, müssen viele Lehrkräfte auch an Tagen in die Schule kommen, an denen sie sonst gar nicht unterrichten. Der Unmut ist deutlich zu spüren.
Und auch ich bin davon betroffen. Mittwochs habe ich in diesem Schuljahr meinen freien Tag. Wegen zweier Tage, die also plötzlich frei sind, werde ich nun an vier meiner freien Tage doch in die Schule kommen müssen. Das passt mir natürlich gar nicht. Denn es ist schon angenehm, einen freien Tag in der Woche zu haben, an welchem ich Termine wie zum Beispiel bei der Bank erledigen kann. Auch finde ich es angenehm, dass ich nach zwei sehr vollen Schultagen montags und dienstags einen Pause habe. Aber gut, es hilft ja nichts.
Was, wenn sie gewinnen?
Viele Lehrkräfte fragen sich allerdings auch, was passieren wird, sollte unsere Nationalmannschaft über die Vorrunde hinauskommen. Müssen wir dann weiterhin Mittwoch nachmittags arbeiten und die betroffenen Lehrkräfte sogar samstags? Zu hoffen ist natürlich, dass die Schulleitung in besagtem Fall das Gespräch mit uns suchen wird. Sicherlich hätte die Lehrerschaft gute Vorschläge, wie ein weiterer Stundenausfall nachgeholt werden könnte, ohne dass alle übermäßig belastet werden.
Abschließend…
Nun gilt es aber natürlich erstmal, sich auf das ganze Spektakel einzulassen und zu schauen, wie sich das Ganze entwickelt. Ich freue mich auf jeden Fall auf den Afrika-Cup und vor allem auf das Spiel heute Abend. Natürlich werde ich Sie auf dem Laufenden halten, wie sich die Éléphants schlagen und ob sich der Afrika-Cup noch in irgendeiner Weise auf den Schulalltag auswirken wird.
Auf jeden Fall kann ich Ihnen schon berichten, dass uns gestern mitgeteilt wurde, dass die Lernenden dem Unterricht im Fußballtrikot beiwohnen dürfen. Selbstverständlich wird sich auch das Verhalten einiger Schüler*innen in der Zeit etwas ändern: Mit Sicherheit wird die Aufmerksamkeit vieler schrumpfen, so sehr werden ihre Gedanken um das Thema Fußball kreisen. Die Spannung steigt also in vielerlei Hinsicht.
Abbildungsverzeichnis:
- Abbildung 1: „La Coupe d‘Afrique des nations – Logo“ (Quelle: Wikipedia.fr), unter: https://fr.wikipedia.org/wiki/Coupe_d%27Afrique_des_nations_de_football#/media/Fichier:CAN_-_Fr_-_Full_Colour.png (letzter Zugriff: 13.01.2024)
Sind Überschriften wie „A university banned the use of capital letters to avoid scaring students“ und „School bans parents from sports day for bad behaviour“ wahr oder falsch? Mit dieser Frage – im Rahmen eines Quizes – begann eine Unterrichtsstunde, die ich vor Kurzem in meinen beiden Englischkursen der 11. Klassenstufe erteilt habe. Anstatt dabei aber erstmal mit Definitionen, sonstigen Backgroundinformationen oder dem Vorwissen der Lernenden zum Thema Fake News zu beginnen, habe ich die Schüler*innen diesmal direkt in ein Szenario versetzt, welches der heutzutage immer wiederkehrenden Problematik entspricht: Wie kann man Fake von Fact unterscheiden?
Kaum hat man den Weihnachtsbraten verdaut und die Feiertage überstanden, steht auch schon das neue Jahr vor der Tür. Und mit all seinen Traditionen kommt auch eine daher, die immer wieder aufs Neue diskutiert wird: Neujahrsvorsätze. Von vielen gehasst, versuchen doch nur allzu viele Menschen, diese dennoch direkt ab dem Neujahrstag umzusetzen. Eine bessere Ernährung, mehr Bewegung, mit schlechten Angewohnheiten aufzuhören und, und, und. Wie wir alle wissen, halten nur die Wenigsten diese Vorhaben durch und spätestens Ende Januar sind alle guten Vorsätze auch schon über den Haufen geworfen.
Auch, wenn der Dezember oftmals mit viel Stress verbunden ist, so erwärmt der Gedanke an diese Zeit stets mein Herz. Insbesondere sind es die Adventszeit und das Weihnachtsfest selbst. In meinen Erinnerungen und Gedanken sehe ich dann die vielen Lichter in der dunklen Zeit, rieche die Gerüche – speziell aus dem Backofen, in dem das Weihnachtsessen oder Kekse vor sich hin backen -, höre die Musik, sehe die Dekorationen, spüre die Wärme des Hauses, während es draußen eisig kalt ist, sehe den Adventskalender und, und, und.
Gestern durfte ich eine weitere Kerze auf meinem Kuchen auspusten. Die Geburtstagswoche komplett genießen durfte ich aber natürlich wieder einmal nicht. Es scheint so, als müsste unser Terminplan immer schön voll gehalten werden. Und auch ansonsten gab es die Woche über nicht nur schöne Momente.
Diese Woche hat ja das Ergebnis der letzten PISA-Studie, das am 05.12.2023 vorgestellt wurde, für äußerste Furore gesorgt. Nicht nur in Deutschland kochen die Emotionen mal wieder hoch angesichts des schlechten Ergebnisses der deutschen Lernenden in diesem Test. Insbesondere Frankreich ist voller Aufruhr ob des schlechten Abschneidens der eigenen Schüler*innen (Platz 23, noch hinter Deutschland).
Gibt man diesbezüglich die Suchbegriffe classement, PISA, France, 2023 in die Suchmaschine ein, so werden einem direkt Begriffe wie chute historique (= historischer Absturz), dégringoler (= abstürzen) und s‘effondrer (= zusammenbrechen) entgegengeschleudert. Dies sind alles Ausdrücke für ein besonders starkes Absinken des Leistungsniveaus. Die gewählten Begrifflichkeiten sind dabei wie so oft effekthascherisch gewählt. Dennoch lässt sich eine deutliche Verschlechterung des Ergebnisses nicht leugnen.







