Es ist noch kein (Fremdsprachen-)Lehrer vom Himmel gefallen.

Kategorie: Allgemein

Sprachlosigkeit nach den letzten Ereignissen

Schockierende Nachrichten

Am vergangenen Dienstag, dem 10. Januar 2023, berichteten die Medien darüber, dass eine Berufsschullehrerin in Ibbenbüren (Westfalen) von einem Schüler angegriffen worden war. Diese befand sich zu diesem Zeitpunkt allein in einem Klassenzimmer. Dabei habe der Täter so oft auf die Lehrerin eingestochen, dass sie noch am Tatort ihr Leben verlor. Was der Grund für diese Tat ist, ist bisher noch nicht offiziell bekannt. 

Die Öffentlichkeit wurde auf jeden Fall darüber informiert, dass es sich bei diesem Schüler um einen „Problemfall“ an der Schule handelte – er habe wiederholt Lehrkräfte beschimpft. In den Medien wurde die Vermutung laut, dass „ein möglicherweise drohender Schulverweis das Motiv gewesen sein könnte“ (Spilcker 14.01.2023). Der Schüler scheint die Lehrkraft auf jeden Fall mit dem Vorsatz aufgesucht zu haben, sie zur Rede zu stellen (cf. ibid.). Dabei hatte er allerdings ein Messer dabei. Die Frage ist also, ob er aus Vorsatz gehandelt hat (cf. ibid.).

Sprachlosigkeit…

Mich macht diese Tat vor allem eins: sprachlos. Ich habe selbstverständlich bereits von Gewalt an Schulen gehört. Auch vor Lehrpersonen wird da nicht Halt gemacht. Bereits in meinem Artikel „Kein Respekt vor Lehrern*innen… – Unfassbarkeit“ habe ich von Gewalt gegenüber Lehrkräften berichtet. Nun aber über diese Tat zu lesen, bei der es sich eventuell sogar um Mord (nicht Totschlag) handelt… 

Selbstverständlich kenne ich die genauen Hintergründe nicht. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es erschreckend ist, dass ein Täter so ohne weiteres eine Lehrkraft angreifen und sogar töten kann. In der Schule. Die Lehrperson hatte dabei keinerlei Chance.

… und Unverständnis

Gleichzeitig habe ich allerdings auch etwas fragwürdige Artikel über diese Tat lesen müssen. So fragte eine Quelle, warum sich die Lehrperson denn bitte alleine in einem Klassenzimmer befunden habe. Warum denn nicht? Als Lehrkraft ist es doch recht selten gegeben, dass man einen eigenen Arbeitsbereich zur Verfügung gestellt bekommt. Um sich ungestört auf Arbeiten konzentrieren zu können, ist es somit oft nur logisch, dass man sich in ein unbenutztes Klassenzimmer zurückzieht.

Auch wurde gefragt, warum der Täter über den Aufenthaltsort der Lehrerin bescheid wusste. Obwohl ich diesbezüglich keinerlei Informationen habe, möchte ich dennoch anmerken, dass den Schüler*innen die Gewohnheiten der Lehrkräfte vielfach bekannt sind. Wenn jemand eine Lehrkraft sucht, so wird oft offen mitgeteilt, wo sich eine Person auf dem Schulgelände befinden könnte. Schließlich geht man ja allgemein nicht davon aus, dass daraufhin ein tätlicher Angriff auf die jeweilige Person erfolgen könnte.

Das ist auch allgemein gut so. Denn, sollten wir nun beginnen, alles und jede/n zu verdächtigen, etwas Böses im Schilde zu führen, so würde ein normales Unterrichten kaum möglich. Ich bin mir zumindest sicher, dass mich dies auf jeden Fall stark beeinträchtigen würde.

Zunehmende Gewalt gegen pädagogisches Personal

In mehreren Artikeln, die sich dieser Tat widmen, wurde auch über eine Untersuchung berichtet. Laut dieser Studie des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), im Rahmen derer Schulleitungen regelmäßig zum Thema Berufszufriedenheit befragt werden, sei zunehmend psychische und psychische Gewalt gegen Lehrkräfte und Schulleitungen zu vermerken (cf. ESEPPELT, 12.11.2022). Obwohl die Ausprägung je nach Schulform variiere, gilt es natürlich, jeglicher Form von Gewalt Einhalt zu gebieten (cf. ibid.).

Besonders traurig ist, dass ein Drittel der Schulleitungen aussagten, „dass Fälle von Gewalt nur zum Teil oder gar nicht aufgefangen werden konnten“ (ibid.). Einer der angegebenen Gründe war hierbei, dass „das Schulministerium oder die Schulverwaltung sich des Themas nicht ausreichend annehmen würden […] [oder] dass die Meldung von Vorfällen von den Schulbehörden nicht gewünscht sei“ (ibid.). Speziell die letzte Aussage ist unfassbar.

Abschließend…

Neben der Sprachlosigkeit und Betroffenheit, ausgelöst durch diese Tat, steht aber auch eine Frage im Raum: Was bedeutet das für uns als Lehrkräfte? Denn sicherlich stellt sich die ein oder andere Person die Frage, ob sie sich nun vor Schülern*innen in Acht nehmen muss. Speziell vor solchen, die generell zu einem aggressiven Verhalten neigen. Wie kann dann aber noch offen auf Schüler*innen zugegangen werden?

Im Fall der erstochenen Lehrerin in Ibbenbüren sind mehr Informationen über die Hintergründe der Tat natürlich vonnöten, um die Tat besser begreifen (nicht verstehen, denn das ist, meiner Meinung nach, nicht möglich) zu können. Aber auch, um sich besser über die logischen Konsequenzen im Klaren zu werden. 

Grundsätzlich bleiben auf jeden Fall viele Frage offen. Speziell eine: Warum? 

Literaturverzeichnis:

Wissensschnorrer*innen und wie man mit ihnen umgeht

Die individuelle Arbeitshaltung

Genau wie jeder andere Betrieb, setzt sich auch das Lehrerkollegium aus unterschiedlichen Menschen zusammen. Dabei ist deren Arbeitshaltung selbstverständlich genauso verschieden. Manche bevorzugen für sich allein zu arbeiten. Andere hingegen ziehen dem ein Arbeiten im Team und den regen Austausch von Materialien und Ideen vor. Und dann gibt es eine dritte Gruppe, bei der es sich (in der Regel) um eine Minderheit handelt: die der „Wissensschnorrer*innen“. Im folgenden geht es darum, um wen ich sich hierbei handelt und wie man mit diesen Menschen umgeht.

Das Problem mit dem Neinsagen

Viele tolle Möglichkeiten

Just say no

Die Schule bietet neben den vielen Verpflichtungen auch eine Mehrzahl an Möglichkeiten. Dazu kann es gehören, (freiwillig) eine Position zu besetzen oder aber gemeinsam mit einem Team an einem Projekt zu arbeiten. Das Problem ist jedoch, dass wir Lehrkräfte bereits grundlegend viele Aufgaben zu bewältigen haben. Nehmen wir nun noch alle anderen Möglichkeiten an, so riskieren wir eine zu hohe Belastung. Wenn noch dazu Kollegen*innen mit Bitten an uns herantreten, kann dies das Fass schnell zum Überlaufen bringen. Da hilft dann nur ein „Nein“ beziehungsweise eine ablehnende Antwort. Genau hierbei handelt es sich oftmals um das größte Problem.

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