Cartoon: der perfekte Lehrer... (medium) by HSB-Cartoon tagged lehrer,schule,schule,lehrer,bildung,schulwesen,unterricht,religion,brav,klasse,schüler,perfektionismus,schulrat,leitfaden
Quelle: https://de.toonpool.com/cartoons/der%20perfekte%20Lehrer…_13482
(letzter Zugriff: 26. Februar 2021)

Was ich als einen der schlimmsten Aspekte in meinem Leben als Lehrerin erfahren musste, ist mein unterschwelliger Wunsch, die „perfekte“ Lehrerin zu sein – was immer das auch sein mag. Immer wieder muss ich den Tatsachen ins Gesicht schauen, dass dies einfach nicht existiert.

Und auch, wenn wir zu Beginn des Lehrerlebens zu vielen, manchmal viel zu vielen, Lehrkräften aufschauen und uns erst einmal total eingeschüchtert fühlen, weil wir doch „nie so gut werden“, so wird nach einiger Zeit doch deutlich, dass auch diese Lehrkräfte mit eigenen Problemen zu kämpfen haben. Und wieder einmal zeigt sich, dass es einen Erfolg über Nacht eigentlich (so gut wie) gar nicht gibt – egal in welcher Lebenssituation. Dies ist auch der Fall in der Wirtschaft. Die großen Firmen sind nicht in einer einzigen Nacht entstanden und erfolgreich geworden. 

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Hier sollten insbesondere Junglehrer*innen – ja, auch ich gehöre immer noch dazu und kämpfe fast täglich gegen die Angst zu versagen an – sich diese Wahrheiten der Wirtschaftswelt einverleiben und zu eigen machen. Es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen – und eben, wie der Untertitel dieser Website es ebenfalls besagt, auch noch kein (Fremdsprachen-)Lehrer. Alles entwickelt sich durch (harte) Arbeit. Dennoch versuche ich, hier einige Ratschläge und Tipps zu geben, um diese Arbeit dennoch zu erleichtern und die völlige Verzweiflung zu reduzieren, die einen mitunter umtreibt. Ich bin mir dessen bewusst, dass ich noch nicht soviel Erfahrung wie lang gestandene Lehrkräfte habe, aber genau das ist der Vorteil. Ich entdecke noch (mehr) Neues im Lehreralltag und -beruf, was nach vielen Jahren womöglich weniger der Fall ist, was hoffentlich auch für meine Leser*innen von Interesse ist. 

Die eigene Lehrerpersönlichkeit

Leider ist das Referendariat eine Zeit, in der einem Fehler kaum verziehen werden und quasi alles perfekt zu sein hat. Danach gibt es aber endlich die Möglichkeit, auch einmal durchzuschnaufen. Mir wurde einmal gesagt, dass es ca. zehn Jahre dauert, bis sich die eigene Lehrerpersönlichkeit herauskristallisiert hat. Und das zeigt deutlich, wieviel Zeit es benötigt. Aber auch das kann sehr einschüchternd sein, da man ja bereits am Anfang gut sein möchte. Zumindest geht es mir so.

Und ich möchte nicht verneinen, dass man bereits zu Beginn gut sein kann. Was hier aber genau beschrieben wird, ist der Lehrertyp. Es geht darum folgendes herauszufinden: Womit fühle ich mich wohl? Welche Methode finde ich total super? Welche Methode erscheint mir doch recht schwach? etc. Beispielsweise mag manch eine Lehrkraft Namensspiele zu Beginn des Schuljahres. Ich hingegen halte viele davon doch für äußerst befremdlich und vllt. eher zum Spaßhaben mit der Klasse zu einem Zeitpunkt des Jahres geeignet, wo man diese bereits kennt und auch deren Humor. 

„Methoden sind nicht Mittelpunkt. Sie sind Mittel. Punkt.“

Dieser Rat gilt bis heute: Die Schüler*innen merken sofort, wenn man sich mit einem Aspekt/einer Methode gar nicht wohlfühlt. Schnell werden sie die gleiche Haltung übernehmen und jeglicher Lerneffekt ist dahin. Manche Methode hat sich vllt. in der Wissenschaft/Forschung als besonders wirkungsvoll gezeigt, jedoch muss dies nicht genau im eigenen Unterricht der Fall sein. Ich habe gelernt: „Methoden sind nicht Mittelpunkt. Sie sind Mittel. Punkt.“

Sie sollen also nur helfen, den eigenen Stoff zu vermitteln und somit geht es auch darum zu sehen, was sich am besten eignet, um genau die eigene Klasse zum Lernen und zum Aufnehmen des jeweiligen Unterrichtsstoffes zu bewegen. Da kann ein Buch noch so schön geschrieben sein oder der Autor noch so tolle Kommentare in den Onlinemedien erhalten haben. Es ist die eigene Klasse und die kennt man eben am besten. Und klar, am Anfang tut man dies eben nicht. Man steckt noch in den Kinderschuhen und es ist einfach mal soooooo viel, was da auf einen einstürmt. 

Ein Grund für die Existenz meiner Website

Dies ist einer der Gründe dafür, dass ich diesen „Ratgeber“ – meine Website – als notwendig sehe. Es muss eine Anlaufstelle geben, die aus eigener Erfahrung spricht, aber auch schon ein Stück weiter ist, um genau dort zu helfen, wo es Not tut. Haben Sie also Fragen oder benötigen Tipps, so zögern Sie bitte nicht. Schreiben Sie mehr gerne eine Nachricht oder verfassen Sie einen Kommentar zu einem meiner Artikel. Ich reagiere gerne darauf und versuche gerne zu helfen.

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