Es ist noch kein (Fremdsprachen-)Lehrer vom Himmel gefallen.

Schlagwort: Gedankenkarussell

Die Wolfsstunde und was diese mit Stress zu tun hat

Gestörter Schlaf

Wenn Sie wie ich immer mal mit Schlafstörungen zu tun haben, so haben Sie sich bestimmt auch schon mit deren Ursachen und möglichen Abhilfen beschäftigt. Auch wenn davon abgeraten wird, googele ich doch immer auch mal hierzu. In meinem Artikel „Wenn einen der Schulalltag um den Schlaf bringt“ habe ich bereits zu möglichen Hilfsmitteln geschrieben, die ich bei meinen Recherchen entdecken und/oder solche, die ich selbst für mich als recht wirksam erkennen konnte.

Gähnender Wolf

Dabei habe ich eher weniger Probleme mit dem Einschlafen. Das Durchschlafen ist das eigentliche Problem: Trotz all dieser Versuche, meine Schlafprobleme in den Griff zu bekommen, wache ich immer wieder um ungefähr drei Uhr nachts auf. Wieso handelt es sich immer wieder um etwa die selbe Zeit? Bei der Beantwortung dieser Frage bin ich auf die sogenannte „Wolfsstunde“ gestoßen. Was es damit auf sich hat und was diese mit Stress zu tun hat, darum geht es in diesem Artikel.

Ein Hinweis:

Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass ich keine Ärztin bin oder eine ähnliche Ausbildung genossen habe. Als ausgebildete Lehrkraft möchte ich hier lediglich von meinen Erfahrungen und Lösungsansätzen zum Thema Schlafprobleme berichten und damit, wenn möglich, anderen Personen helfen. Wer chronisch unter Schlafmangel leidet, der sollte einen Experten aufsuchen.

Was ist die „Wolfsstunde“?

Zunächst einmal ist es normal, nachts öfters wach zu werden. Es ist nur in der Regel so, dass wir uns daran nicht erinnern (cf. Scherb 2022). Ganz anders verhält es sich mit der „Wolfsstunde“ oder „Stunde des Wolfes“. Dieses Phänomen scheint recht häufig zu sein und speziell ältere Menschen scheinen hiervon betroffen zu sein (cf. ibid.).

Drei Uhr nachts

Bei diesem wachen Menschen regelmäßig oder nur gelegentlich im selben Zeitraum auf. Dabei sprechen die Quellen vornehmlich von drei bis vier Uhr (cf. Blankenfeld 2022; Franke o.D.), mitunter aber auch von zwei bis drei oder drei bis fünf Uhr morgens (cf. Scherb 2022; Franke o.D.).

Die Namensgebung lässt sich nicht mit Sicherheit belegen (cf. Scherb 2022). Es wird vermutet, dass diese Bezeichnung bereits aus der Antike stammt (cf. ibid.). Diese beschreibt den Zeitraum, zu welchem lediglich die Wölfe, die zu jener Zeit natürlich bedeutend zahlreicher waren als heute, wach waren während die Menschen schliefen (cf. Blankenfeld 2022; Scherb 2022; Franke o.D.).

Mögliche Ursachen

1. Ein Ungleichgewicht des Hormonspiegels

Weshalb Menschen im Zeitraum der Wolfsstunde erwachen lässt sich medizinisch erklären. Forscher*innen führen dieses Erwachen zu dieser frühmorgendlichen Zeit speziell auf ein Ungleichgewicht unseres Hormonspiegels in unserem Organismus zurück (cf. Blankenfeld 2022; Scherb 2022; Franke o.D.). Dabei spielen hier die Hormone Melatonin, Serotonin und Cortisol eine Rolle. 

Die Melatonin-Struktur

Serotonin ist ein Hormon, welches stimmungsaufhellend wirkt (cf. Blankefeld 2022). Es wird auch als „Wohlfühl-, Glücks- oder Wachhormon“ bezeichnet. Bei Dunkelheit wird dieses in das Müdigkeit erzeugende „Schlafhormon“ Melatonin umgewandelt (cf. Blankenfeld 2022; Franke o.D.). 

Die Serotonin-Struktur

Zur Zeit der Wolfsstunde ist der Melatonin-Spiegel sehr hoch (cf. Blankenfeld 2022; Scherb 2022). Logischerweise ist der Spiegel des Serotonins in seiner Funktion als Wachhormon zu dieser Zeit sehr niedrig (cf. Scherb 2022). Auch die Produktion des „Anti-Stress-Hormons“ Cortisol nimmt „gegen Abend und in der ersten Nachthälfte ab“ (Franke o.D.). Dieses „wirkt wie das Serotonin stimmungsaufhellend“ (ibid.). 

Durch dieses Ungleichgewicht der Hormone wachen wir leichter auf (cf. Blankenfeld 2022).

Die Cortisol-Struktur

Da sich die beiden stimmungsaufhellenden Hormone zur Zeit der Wolfsstunde auf ihrem Tiefpunkt befinden, zeigt sich neben dem Aufwachen noch eine weitere negative Konsequenz: „[D]em Körper [fehlen] die positiven Effekte der beiden Hormone auf die Gemütsverfassung“ (Franke o.D.). Aus diesem Grund sind wir zu dieser Zeit auch „umso anfälliger für negative Gefühle wie Angst, Pessimismus und Dünnhäutigkeit“ (Blankenfeld 2022). 

Wir tendieren zu „Grübeleien und negative[n] Gedankenspiralen“ (ibid.). Es fällt uns in dieser Zeit schwer, klar zu denken (cf. Potthoff 2022). Noch dazu ist es zu diesem Zeitpunkt kaum möglich, tatsächlich zu Lösungen zu gelangen (cf. Franke o.D.). Hinzu kommt dann noch der Faktor des Stresses: „Durch das Grübeln geraten wir in Stress und das erschwert das Wieder-Einschlafen“ (Potthoff 2022).

Wolfsstunden = Katastrophenstunden

In einer der verwendeten Quellen konnte ich noch lesen, dass es sich bei Wolfsstunden auch um „Katastrophenstunden“ handeln soll (cf. Franke o.D.). Dabei wird genauer ausgeführt: „Zu keiner Zeit des Tages stürzen beispielsweise häufiger Flugzeuge ab oder ereignen sich mehr Unfälle. Auch in der Telefon-Seelsorge sind zur Wolfsstunde mehr Anrufe zu verzeichnen“ (ibid.). Letzteres ist nur logisch, da Menschen in der Gedankenspirale um diese Zeit bestimmt schnell um Hilfe bitten. Zum Aspekt der vermehrten Unfälle und Flugzeugunfälle zu dieser Zeit konnte ich nach meinen Recherchen allerdings keinerlei Belege finden. (Dies muss natürlich heißen, dass es nicht stimmt.)

2. Der Schlafrhythmus

Fast alle Quellen berufen sich bei der Erklärung dieses Phänomens des nächtlichen Erwachens um jene Zeit ausschließlich auf das Ungleichgewicht des Hormonspiegels. Mitunter findet man jedoch auch noch weitere Erläuterungen, wie den Schlafrhythmus. Zur Zeit der Wolfsstunde habe man alle Schlafphasen einmal durchlaufen und der „Körper beginnt mit einem neuen Zyklus“ (Scherb 2022). „Zwischen den beiden Zyklen [wird] [man] kurz wach, wovon [man] aber normalerweise nichts [merkt]“ (ibid.). 

3. Biphasischer Schlaf

Es gibt noch eine weitere mögliche Begründung. Bei dieser handelt es sich allerdings lediglich um eine bloße Theorie, denn bisher ließ sich diese noch nicht belegen (cf. ibid.). Der Vollständigkeit halber möchte ich diese hier dennoch aufführen. So sind manche Forscher der Annahme, „dass wir früher in zwei Etappen geschlafen haben“ (ibid.). Die erste dauerte von 21 Uhr bis zwei Uhr nachts „und die zweite Etappe von den frühen Morgenstunden bis zum Sonnenaufgang“ (ibid.). Unser Schlafverhalten habe sich jedoch „[e]rst mit dem Beginn der Industrialisierung“ (ibid.) geändert. 

Was kann man nun dagegen tun?

Im Internet finden sich verschiedene Möglichkeiten und Tipps, um im Anschluss an das Aufwachen rasch wieder einzuschlafen. Manche habe ich auch bereits in meinem Artikel „Wenn einen der Schulalltag um den Schlaf bringt“ benannt. Dennoch möchte ich auch diese hier nicht auslassen, wenn sie in den verwendeten Quellen genannt wurden. Diese haben so gut wie alle die Begründung des nächtlichen Aufwachens durch ein Ungleichgewicht der Hormone als Ausgangsbasis.

Reaktive Strategien

1. Atemtechniken

Es gibt verschiedene Atemtechniken, die zu einer Verlangsamung des Pulses (cf. Scherb 2022) und dadurch zur Entspannung und nötigen Ruhe führen sollen (cf. Blankenfeld 2022). Hierdurch gelangt man zu einem schnelleren Wiedereinschlafen (cf. Scherb 2022). 

Eine Methode ist die „4-4-4-Atemtechnik“. Bei dieser „atmet man etwa vier Sekunden ein, hält den Atem vier Sekunden an und atmet vier Sekunden lang wieder aus“ (ibid.). 

Eine andere Methode, ist die „4-7-8-Atemtechnik“ (auch schon in meinem vorherigen Artikel beschrieben), auch als „Box Breathing“ bezeichnet. Hier wird ebenfalls vier Sekunden lang eingeatmet, daraufhin wird der Atem sieben Sekunden lang angehalten, um daraufhin acht Sekunden lang auszuatmen (cf. Scherb 2022; Schlafkampagne o.D.). 

2. Ablenkung

Wie zuvor beschrieben, tendieren wir zu „Grübeleien und negative[n] Gedankenspiralen“ (Blankenfeld 2022), sobald wir zur Stunde des Wolfes aufwachen. Ist dies auch nach „etwa 15 bis 20 Minuten“ (ibid.) der Fall, so raten Experten*innen zu Alternativen, anstatt sich unnötig zu quälen. Es wird empfohlen, sich anderweitig zu beschäftigen (cf. Scherb 2022). 

Ein Buch lesen kann helfen.

Beispielsweise kann versucht werden, durch das Lesen eines guten Buches „auf andere Gedanken zu kommen“ (ibid.). Auch durch das Anhören eines Podcasts oder eines Hörbuchs kann dies gelingen (cf. ibid.). Vorteil dabei ist, dass hierfür kein Licht angemacht werden muss, wodurch man nur noch unnötig wacher werden würde.

3. Aufstehen

Sollten die beiden vorherigen Möglichkeiten nicht erfolgreich sein, so wird empfohlen „möglichst langsam und achtsam“ (Blankenfeld 2022) aufzustehen. Dabei muss man das Bett nicht lange verlassen (cf. Scherb 2022). Hauptsache, dem Körper wird die Möglichkeit gegeben, runterzufahren und das Bett kühlt ab (cf. ibid.). Beispielsweise kann man die Toilette besuchen und/oder sich woanders hinsetzen, um ein Glas Wasser zu trinken (cf. Blankenfeld 2022; Franke o.D.). 

Zu vermeiden ist es, den Körper unnötig weiter aufzuwecken, indem zu viel Licht gemacht wird oder Geräte wie Smartphone oder Laptop verwendet werden – „es sei denn, die Geräte haben einen Nachtmodus mit Blaulichtfilter“ (Blankenfeld 2022).

Da Serotonin und Cortisol, die beiden Wohlfühlhormone, zur Stunde des Wolfes auf dem Tiefstand sind, empfiehlt Scherb (2022), sich einen „Hormon-Booster“ zu holen, wie „mit einem Glas warme[r] Milch mit Honig“. Er meint, dass durch die „warmen Gedanken beim Trinken“ (ibid.) viel dieser Wohlfühlhormone ausgeschüttet wird, wodurch das Zusammenspiel der drei Hormone (Serotonin, Cortisol und Melatonin) wieder ins Gleichgewicht gelange, wodurch man wiederum besser einschlafen könne (cf. ibid.).

4. Achtung

Zu beachten ist, sich erst dann wieder hinzulegen, wenn man sich wirklich müde fühlt (cf. Blankenfeld 2022). Denn Schlaf lässt sich – vor allem in frustriertem Zustand – nicht erzwingen (cf. ibid.). Das können Sie sicherlich auch bestätigen.

Auch sollte man tunlichst vermeiden, auf die Uhr zu sehen. Das liegt daran, dass dann das Grübeln noch verschlimmert oder sogar in Gang gesetzt wird. Sie werden mit Sicherheit die Problematik kennen, dass man dann beginnt darüber zu grübeln, wieviele Stunden Schlaf bis zum Aufstehen noch zur Verfügung stehen (cf. Scherb 2022).

5. Düfte

Lavendel beruhigt

Auch Raumdüfte im Schlafzimmer sollen das Einschlafen unterstützen (cf. ibid.). Beispielsweise kann beim nächtlichen Aufwachen „etwas Lavendel-Öl in einen Diffuser oder auf einen Duftstein“ (ibid.) geträufelt werden. „Lavendel beruhigt die Nerven und lässt [einen] besser schlafen“ (ibid.).

6. Gegen die Gedankenspirale

Schiffchen

Die Gedanken flussabwärts fahren lassen

Ein Ausweg gegen das Gedankenkarussell ist beispielsweise das Loslassen der Gedanken. So „empfinden es [manche] als hilfreich, sich vorzustellen, die Gedanken in kleine Schiffchen zu setzen und sie flussabwärts fahren zu lassen“ (Potthoff 2022). Diese Strategie sollte fünf Minuten nicht überschreiten (cf. Franke o.D.). Weitere Techniken finden Sie auch in meinem Artikel „Strategien gegen das „Gedankenkarussell“: von Wellen und Wolken“. Auch „eine Fantasiereise oder eine Mediation“ (ibid.) können helfen, um wieder Schlaf zu finden.

Grübeln vs. Nachdenken

Das Gedankenkarussell

Insgesamt ist es wichtig, das Gedankenkarussell bewusst zu unterbrechen (cf. Franke o.D.). Das Grübeln unterscheidet sich nämlich vom Nachdenken. Beim Nachdenken handelt es sich um „einen Prozess, der zu Ergebnissen führt und der ein Ende findet, wenn diese Ergebnisse gefunden sind“ (ibid.). Das Grübeln hingegen bringt „keinen wirklichen Fortschritt“ (ibid.). „Die Gedanken drehen munter ihre Runden im Kopf, aber es geht nicht voran. Letzten Endes vollzieht sich das Grübeln in einer Art unangenehmen Endlosschleife ohne Ziel“ (ibid.).

Um dieses Gedankenkarussell zu stoppen, empfiehlt es sich zu fragen, ob:

(1.) das Problem noch (bis zum Folgetag) warten kann,

(2.) man einfach nur befürchtet, das Problem vergessen zu können oder

(3.) das „Problem so gravierend [ist], dass es absolut keinen Aufschub duldet“ (ibid.). 

Ist (1.) der Fall, so sollte sich auf die Methoden der Ablenkung konzentriert und bei (2.) sollte der Gedanke schriftlich festgehalten werden (cf. ibid.; Potthoff 2022). „Durch das Aufschreiben erhält das Unterbewusstsein das Signal, dass man das dem Gedanken zugrunde liegende Problem ernst nimmt, aber ein Vertagen erforderlich ist“ (Franke o.D.). Dies ermöglicht es einem, „zu einem späteren Zeitpunkt mit frischem Kopf“ (ibid.) noch einmal über die Problematik nachzudenken, wodurch eventuell zu einer schnelleren Lösung des Problems gelangt wird.  

Auch können wir uns auf diesem Weg sicher sein, die wichtigen Aspekte nicht zu vergessen, wodurch ein Wiedereinschlafen leichter fällt (cf. Potthoff 2022).

Ist ein Aufschieben eines Problems jedoch keine Option (3.), „bringt es nichts mehr im Bett zu bleiben“ (Franke o.D.). Stehen Sie besser auf und versuchen Sie, „sich auf zielführendem Weg mit dem Problem auseinanderzusetzen“ (ibid.).

Gefühle zulassen

Auch kann es helfen, Gefühle zuzulassen, beispielsweise durch das Weinen (cf. ibid.). Dies ist nichts negatives und sollte auch nicht „als Indiz von Schwäche betrachtet werden“ (ibid.). Stattdessen kann dies „helfen, innere Konflikte zu lösen und unberechtigte Sorgen, Zweifel oder Ängste loszulassen“ (ibid.).

Proaktive Strategien

Sollten Sie regelmäßig zur Wolfsstunde aufwachen, so gibt es auch Tipps, um dem entgegen zu wirken:

  1. Regelmäßiger Sport, am besten draußen, denn das zu der Zeit aufgenommene Licht, verhilft uns nachts zu einem besseren Schlaf (cf. Scherb 2022). Auch ist es empfehlenswert, abends mindestens eine halbe Stunde spazieren zu gehen, wobei tief durchgeatmet und sich entspannt wird (cf. Schlafkampagne o.D.).
  2. Eine niedrige Schlafzimmertemperatur zwischen 16° und 19° Celsius, laut Schlafforschern die „optimale Schlaftemperatur“ (Scherb 2022).
  3. Das Anlegen einer To-Do-Liste für den Folgetag (cf. ibid.). Hiervon habe ich ebenfalls in meinem vorherigen Artikel geschrieben. Auf diese Weise hat man bereits vorab Ordnung in die eigenen Gedanken gebracht, sodass einen diese zur Zeit der Wolfsstunde nicht wachhalten, sollte man zu dieser erwachen (cf. ibid.).
  4. Verzicht auf Alkohol vor dem Zubettgehen, denn bereits „in kleinen Mengen verhindert Alkohol, dass [man] tief schläf[t] und [man] wir[d] schneller wach“ (ibid.).
  5. Eine Abendroutine, bei welcher stets zur gleichen Zeit zu Bett gegangen wird (cf. ibid.). Da der Körper durch diese Regelmäßigkeit „schon vorher anfängt Melatonin auszuschütten“ (ibid.), schläft man tendenziell ruhiger und fester. Auch kann es sich lohnen, ein entspannendes Bad zu nehmen (cf. Schlafkampagne o.D.). 
  6. Eine Gewichtsdecke soll ebenfalls schlaffördernd sein, „indem ihr Gewicht bei [einem] Wohlbefinden und Entspannung auslöst“ (Scherb 2022). Da hierdurch der Serotonin-Spiegel hochgefahren wird, befinden sich die Hormone „in einem besseren Gleichgewicht“ (ibid.), was ein nächtliches Aufwachen zur Wolfsstunde verhindern könnte.
  7. Das Schreiben eines Schlaftagebuchs. Indem in dieses „schon vor dem Zubettgehen all die Sorgen und Ängste“ (ibid.) notiert werden, die zum nächtlichen Gedankenkarussell führen können, „setzt [man] [sich] schon vor dem Einschlafen mit [den eigenen] Gedanken auseinander und nimm[t] sie nicht mit ins Bett“ (ibid.).
  8. Das Vermeiden von fettigem und schwerem Essen vor dem Zubettgehen kann insofern helfen, als dass hierdurch nachts Magen und Darm nicht mit der Verdauung belastet werden, wodurch nämlich Durchschlafschwierigkeiten gefördert werden können (cf. ibid.). Insgesamt ist eine gesunde Ernährung dem Durchschlafen förderlich (cf. ibid.).
  9. Auch das Führen eines Positivtagebuchs soll hilfreich sein (cf. Franke o.D.). Dieses Konzept hat sich in „der Psychotherapie […] bewährt“ (ibid.). Notiert werden „nur positive Dinge wie Erfolge, Erlebnisse oder Erfahrungen“ (ibid.). Dies soll zu einer Steigerung der Zufriedenheit und der Ablenkung von negativen Gedanken und einem Gefühl der Unzulänglichkeit führen (cf. ibid.). Zudem motiviert es (cf. ibid.). „Für das Führen eines Positivtagebuchs sollte man am Abend mindestens drei positive Dinge des vergangenen Tages schriftlich festhalten“ (ibid.).
  10. Zudem ist es wichtig, bloß nicht mit dem Gedanken ins Bett zu gehen, dass man die ganze Nacht gut schlafen muss, um sich am nächsten Morgen ausgeruht und fit zu fühlen (cf. Schlafkampagne o.D.). „Dieser Gedanke löst in Ihrem Gehirn Stress aus, weil es ihn als Druck und Verpflichtung empfindet“ (ibid.). Lenken Sie sich also besser ab wie zum Beispiel bei der Lektüre eines guten Buches (cf. ibid.).
  11. Zu guter Letzt kann es helfen, Veränderungen im eigenen Leben vorzunehmen (cf. ibid.). In dem verwendeten Artikel von Schlafkampagne.de (o.D.) wird nämlich auch gesagt: „Mitten in der Nacht mit einem Gefühl der Angst oder Bedrohung aufzuwachen, ist ein direktes Zeichen dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist“. Hierbei gilt es, sich die Frage zu stellen, woran dies liegen kann (cf. ibid.). Es wird empfohlen, Prioritäten zu setzen und die eigenen Gewohnheiten zu variieren, „damit Ihr Gehirn neue Reize findet und Spannungen abbaut“ (ibid.). 
  12. Sich den Ängsten stellen: Sollten wir immer wieder über dieselben Sorgen, Ängste oder Probleme grübeln und sollte es einem dabei nicht gelingen loszulassen oder diese Aspekte „so neu [zu] bewerten, dass diese ihre belastende Wirkung verlieren, muss man sich diesen stellen“ (ibid.). Eventuell ist dabei die Mithilfe eines vertrauten Menschen oder eines Therapeuten sinnvoll (cf. ibid.).

Abschließend…

Es lässt sich festhalten, dass das Phänomen des frühmorgendlichen/nächtlichen Aufwachens zu immer der gleichen Zeit (also irgendwo zwischen drei und fünf Uhr) relativ verbreitet ist. Die Forschung ist sich relativ einig, dass dies aufgrund eines Ungleichgewicht des Hormonhaushalts – genauer der Hormone Melatonin, Serotonin und Cortisol – geschieht. Bei der Vielzahl von reaktiven und proaktiven Strategien gilt es, diejenige oder diejenigen auszuwählen, die zu einem passt beziehungsweise passen.

Bereits das Wissen über diese Gründe, haben meine Sorgen erheblich gemindert. Denn so habe ich zum Beispiel den Gedanken ablegen können, dass körperlich etwas nicht mit mir stimmen könnte. 

Fragestellungen

Gleichzeitig haben meine Recherchen zu diesem Thema bei mir allerdings auch einige Fragen aufgeworfen. Beispielsweise frage ich mich, ob sich der Umstand, dass es zur Zeit der Wolfsstunde vermehrt zu Unfällen und Flugzeugabstürzen komme, – abgesehen davon, dass ich bei meinen bisherigen Recherchen hierzu keinerlei Belege gefunden habe (was aber nicht heißen muss, dass es nicht stimmt) – tatsächlich mit dem Argument der Wolfsstunde begründen ließe. Schließlich schlafen diese Menschen, denen diese Unglücke geschehen, ja zu dieser Zeit nicht. Oder gilt es generell, dass um diese Zeit der Hormonhaushalt in ein Ungleichgewicht gerät – egal, ob man nun wach ist oder schläft?

Dem Aspekt des biphasischen Schlafs möchte ich gerne noch hinzufügen, dass diese Theorie, meiner Meinung nach, nur dann Sinn ergeben würde, wenn die Gehirne derjenigen Menschen, die zur Stunde des Wolfes aufwachen, den Wandel des Schlafverhaltens quasi nicht mitgemacht hätten. Denn schließlich bin ich weit nach der Industrialisierung geboren. Ich habe diese somit gar nicht miterlebt. Für mich hört es sich also wenig logisch an, wenn mein Schlafverhalten auf der Zeit vor der Industrialisierung beruht, außer, unsere Gehirne sind längerfristig programmiert.

Allerdings bin ich keine Schlafforscherin oder Ärztin mit dem Wissen in diesem Bereich. Es kann also sein, dass ich die Ergebnisse meiner Recherche falsch interpretiert habe.

Ausblick

Für die Zukunft werde ich versuchen, mich vermehrt mit den möglichen Strategien auseinanderzusetzen, die ich recherchiert habe. Manche sind mir in der Vergangenheit begegnet, sodass ich diese bereits vorab ausprobiert habe. Das optimale Ergebnis habe ich jedoch noch nicht erreicht. Mir hilft es zumeist, entweder ein Hörbuch/Hörspiel anzumachen oder, wenn ich zu sehr grübele, meine Gedanken aufzuschreiben. Dies signalisiert meinem Gehirn tatsächlich, wie oben beschrieben, dass die Sorgen nun notiert wurden und dadurch nicht vergessen werden können. Sollte ich durch meine „Selbstversuche“ neue Erkenntnisse gewinnen, werde ich natürlich hier davon berichten. 

Und damit wünsche ich Ihnen allen einen erholsamen Schlaf – hoffentlich ohne das Erwachen zur Wolfsstunde. 🙂

Und Sie?

Mich würde zum Abschluss noch interessieren, ob Sie mitunter auch zur Stunde des Wolfes aufwachen. Wenn ja, was tun Sie dagegen? Oder haben Sie bereits das perfekte Mittel gefunden, um dieses Problem zu bewältigen? Haben Sie vielleicht sogar noch einen anderen Weg gefunden, der in den genannten Quellen nicht genannt wurde, deren Inhalte oben resümiert wurden? Schreiben Sie mir doch einen Kommentar oder eine Kontaktnachricht. Ich würde mich sehr freuen. 

Literaturverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis:

Strategien gegen das „Gedankenkarussell“ – von Wellen und Wolken

Das „Gedankenkarussell“ bekämpfen

Bereits in meinem Artikel „Wenn einen der Schulalltag um den Schlaf bringt“ habe ich über das Problem des „Gedankenkarussells“ berichtet. Des Weiteren habe ich dort Strategien genannt, die als Mittel gegen das ewige Grübeln helfen können. 

Bei dem sogenannten „Gedankenkarussell“ geht es darum, dass einen mitunter die Gedanken an alles, was einen beschäftigt, um den Schlaf bringen. Die Gründe für dieses Grübeln sind vielgearteter Natur: „Manchmal sind es Gedanken an das Vergangene oder Gedanken an die Zukunft. Manchmal befinden wir uns in einer schwierigen Lebensphase und meistern gerade eine Herausforderung. Und manchmal haben wir vielleicht einfach nur einen schlechten Horrorfilm geschaut oder eine Tasse Kaffee zu viel getrunken“ (HelloBetter 2021). 

Wenn einen der Schulalltag um den Schlaf bringt

Ich weiß nicht, ob es Ihnen auch so geht wie mir, aber mich bringt der Schulalltag mitunter um den Schlaf. Das liegt an verschiedenen Faktoren. Zum einen mangelt es mir an Schlaf, wenn ich zu viel zu tun habe und somit kaum hinterherkomme. Des Weiteren rühren diese Schlafprobleme aber auch von Schwierigkeiten her, die mir im Schulalltag begegnen und die dann nachts in meinem Kopf umhergeistern.

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