„Don‘t struggle to be a better teacher than everybody else. Simply be a better teacher than you ever thought you could be.“ (zu Deutsch: Mühen Sie sich nicht ab, eine bessere Lehrkraft zu sein als alle anderen. Seien Sie einfach eine bessere Lehrkraft als sie jemals zu sein erwarteten.) Dieses Zitat stammt von Robert John Meehan, einem US-amerikanischen Pädagogen, Autor und Poeten. 

Eine so wichtige Aussage

Mit dieser Aussage spricht mir Meehan aus dem Herzen. Denn oftmals habe ich mit dem Gefühl zu kämpfen, im Vergleich zu anderen Lehrkräften nicht gut genug zu sein. Dabei kommt mitunter sogar ein gewisses Eifersuchtsgefühl auf. 

Meehan macht mit dem obigen Zitat jedoch deutlich, dass genau dies der falsche Weg ist. Es geht nicht darum, besser als andere zu werden. Stattdessen ist es viel wichtiger, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Gerade zu Beginn der eigenen Karriere kann man sich angesichts der tollen Lehrer*innen, die einen umgeben, schnell eingeschüchtert fühlen. Statt sich jedoch minderwertig zu fühlen, sollten wir uns auf unsere eigene Entwicklung fokussieren. 

Wir kochen alle nur mit Wasser 

Der Lehrberuf ist keine Tätigkeit, die direkt beherrscht wird. Stattdessen handelt es sich hierbei um einen Prozess. Wie schon der Untertitel meiner Website andeutet, ist auch im Lehramt noch kein Meister vom Himmel gefallen. Es benötigt Zeit, um wirklich gut in dem Bereich zu werden. Außerdem ist Erfahrung wichtig. Es geht darum, sich stetig weiter zu entwickeln. 

Die Lehrkräfte, zu denen wir oftmals aufschauen, haben oftmals bedeutend mehr Erfahrung. Dies liegt daran, dass sie länger im Beruf stehen. Auch diese kochen also nur mit Wasser. Schließlich haben sie jahrelange Erfahrung und dadurch einfach einen erheblichen Vorsprung uns gegenüber. Diesen gilt es aber nicht aufzuholen. Stattdessen ist es viel wichtiger, dass wir unseren eigenen Weg gehen, dass wir neues ausprobieren, uns weiterbilden und einfach dazulernen. 

Die „perfekten“ Exemplare 

Selbstverständlich bin auch ich schon auf die Lehrkräfte gestoßen, die scheinbar von Anfang an perfekte Lehrer*innen zu sein scheinen. Hiervon darf man sich jedoch nicht einschüchtern lassen. Mitunter stellt sich sogar heraus, dass diese auch auf Probleme im Arbeitsalltag stoßen. Diese bekommen wir oftmals jedoch nicht mit und lassen uns von der scheinbaren Perfektion blenden. 

Allgemein sollten wir uns jedoch immer wieder verdeutlichen, dass es in der Regel ungefähr zehn Jahre dauert, bis sich die eigene Persönlichkeit als Lehrkraft entwickelt. Statt also die vermeintlich „perfekten“ Exemplare zu kopieren bzw. zu imitieren, sollten wir uns stattdessen auf unsere eigene Identität konzentrieren. Denn unsere Schüler*innen merken schnell, wenn wir nur jemanden kopieren, ohne unsere eigene Persönlichkeit mit einfließen zu lassen. 

Selbstliebe

Statt uns stetig dafür zu schelten, wenn etwas nicht klappt oder in der Praxis nicht so toll aussieht, wie gedacht, sollten wir uns mehr Selbstliebe schenken. Wir sollten uns eher loben, wenn etwas geklappt hat. Wenn nicht, dann sollten wir es als wertvolle Lehre annehmen. Aus Versuch wird man klug. Das gilt auch dann, wenn der Versuch erfolglos war. 

Ich möchte nicht sagen, dass ich durch die in diesem Artikel niedergeschriebene Erkenntnis nun frei von Selbstzweifeln bin. Genau so wie die Entwicklung der eigenen Lehrerpersönlichkeit ein Prozess ist, so scheint mir dies auch bezüglich des Ablegens der eigenen Zweifel zu schein. Man muss sich wohl immer wieder vor Augen zu halten, dass wir nicht bessere als andere werden sollen. Stattdessen sollten wir uns selbst und unser vergangenes Ich übertreffen. 

Statt uns selbst stetig schlecht zu reden, sobald etwas nicht optimal verläuft, sollten wir lieber stolz auf das sein, was wir bereits geschafft haben. Wir haben es uns verdient!