„Sie ist oft während des Unterrichts auf Facebook unterwegs oder telefoniert.“ Bei diesem Satz handelt es sich nicht etwa um einen Kommentar über eine Schülerin, sondern eine Feststellung von Lernenden über eine Lehrerin gegenüber einer anderen Lehrkraft. Welche Reaktion daraufhin jedoch angemessen ist, ist nicht so leicht zu sagen.

Kommentare über andere

Selbstverständlich ist ein derartiges Verhalten von Lehrpersonen nicht angemessen. Was tut man nun aber mit diesem Wissen, welches uns von unseren Schülern*innen zugetragen wird? Was tue ich, wenn Lernende sich bei mir über das Verhalten anderer Lehrer*innen beschweren, diese sogar schlecht machen? Wie reagiere ich, wenn ich von meinen Schülern*innen gefragt werden, wie ich in einer bestimmten Situation reagiert hätte, nur um dann von einer derartigen Situation mit einer anderen Lehrkraft zu erfahren?

Selbst im Gespräch mit anderen Lehrkräften habe ich gerade erste wieder erfahren, dass dies nicht nur mir passiert. Immer wieder geschieht es, dass Lernende uns gegenüber über andere Lehrpersonen sprechen, und dies oftmals nicht gerade in schmeichelhafter Weise. Gleichzeitig erfolgt dies nicht nur auf Schülerseiten. Leider erzählen einem auch Lehrkräfte mitunter, was eine andere Lehrperson angeblich alles im Unterricht falsch macht.

Und was nun?

Der erste Instinkt ist, genauso geschockt zu reagieren, wie wir uns innerlich fühlen. Dies ist jedoch tunlichst zu vermeiden. Wir waren nicht vor Ort. Wir kennen die Umstände nicht und wir wissen nicht, ob sich wirklich alles so zugetragen hat. Gleichzeitig sollten wir auch das eventuell auftauchende Überlegenheitsgefühl abschalten. Schüler*innen tendieren dazu, zu übertreiben. Und selbst dann, wenn sich alles tatsächlich so zugetragen hat, so ist es nicht unsere Aufgabe, hier einzugreifen. Dies ist allein Aufgabe der Schulleitung. Machen Sie sich zudem nicht unbeliebt, indem sie „petzen gehen“. Über kurz oder lang wird es sich von selbst rumsprechen und schlussendlich die Schulleitung erreichen. Sollten Sie sich daran beteiligt haben, so würde sich dies wahrscheinlich sogar schlecht auf Sie auswirken, wenn dies herauskommt. Also, lassen Sie es lieber und konzentrieren Sie sich auf ihre eigene Arbeit. 

Vorsicht, Falle

Sind es Lehrkräfte, die darüber berichten, was eine Lehrperson gesagt oder gemacht haben soll, so sollten Sie doppelt vorsichtig mit einer Erwiderung sein. Mitunter möchten diese Lehrkräfte eigentlich nur die Reaktion des Gegenübers sehen. Gerät man hierbei an die falsche Person, so kann es sich bei derartigen Erzählungen auch um eine gut gestellte Falle handeln. Eine derartige Berichterstattung über andere Kollegen erfordert nämlich oftmals eine Reaktion des Gegenübers. Reagiert man daraufhin schockiert oder fügt dem sogar noch eigene Beobachtungen hinzu, so hat einen die andere Person in der Hand. Denn nun kann man selbst als jemand angesehen werden, der schlecht über andere redet. Zudem werden die eigenen Beobachtungen vllt. sogar noch weitergetragen. Es mag im ersten Augenblick übertrieben klingen, aber bei einem derartigen Weitererzählen von eigenen Beobachtungen kann man sich schlimmstenfalls sogar des Rufmordes schuldig machen. 

Abschließend… 

Abschließend lässt sich festhalten, dass es bei einem schlechten Gerede über eine andere Lehrkraft am idealsten ist, sich einfach rauszuhalten. Das gilt sowohl dann, wenn diese Kommentare von Schülern*innen kommen als auch dann, wenn dies von anderen Kollegen*innen erfolgt. Sie waren nicht dabei und somit können Sie auch nicht über die Situation urteilen. Gleichzeitig könnte ein schlechtes Gerede Ihrerseits auch negativ auf Sie zurückfallen. Denn schlimmstenfalls machen Sie sich des Rufmordes schuldig, wenn sich herausstellt, dass auch sie sich an den Lästereien beteiligt haben, die vielleicht sogar völlig unbegründet waren. 

Lästereien basieren in der Regel darauf, dass sich Menschen besser fühlen, wenn sie andere schlecht reden können. Beteiligen Sie sich daran, so ist es wahrscheinlicher, dass andere auch über Sie schlecht reden könnten. Halten Sie sich also lieber zurück. Sollte Ihnen das Gerede direkt zugetragen werden, so ist es, wenn möglich, besser, das Gespräch in eine andere Richtung zu lenken. Was andere Lehrkräfte in ihrem Unterricht tun, solange dies nicht verbotener Natur ist, haben Sie nicht zu beurteilen – vor allem dann nicht, wenn Sie gar nicht in zugegen waren. Sollte es wirklich ein Problem mit dem Unterrichtsstil der jeweiligen Lehrkraft geben, so werden irgendwann bestimmt die Eltern der jeweiligen Klasse die Schulleitung informieren und die hat dann zu entscheiden, was zu tun ist, und nur diese.

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