Es ist noch kein (Fremdsprachen-)Lehrer vom Himmel gefallen.

Autor: Laerari Seite 2 von 17

Akwaba en Côte d‘Ivoire!

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„Akwaba“, das bedeutet „Willkommen“ in der Akan-Sprache, die sowohl in der Elfenbeinküste („Côte d‘Ivoire“ auf Französisch) als auch in Ghana gesprochen wird. Ursprünglich nur von einigen Volksgruppen verwendet, ist dieses Wort inzwischen in den allgemeinen Sprachgebrauch der Elfenbeinküste eingegangen. Sinnbild dafür ist die etwa zehn Meter hohe Statue „Akwaba“, die seit Dezember 1989 in der Mitte des Kreisverkehrs steht, der als Ein- und Ausfahrt des internationalen Flughafens Félix Houphouët-Boigny in Abidjan dient. Ankommenden wird dadurch sinnbildlich eine gute Ankunft gewünscht, denn sie zeigt zwei Menschen, die sich zur Begrüßung umarmen.

Abb. 1: Die Akwaba-Statue


Das Wort begegnet einem hier an allen Ecken. Ob in seiner Reinform oder auch in Form von Wortspielen. So gibt es selbst eine Wassermarke namens „AkwabaO“ und einen Onlinespieldienst namens „Akwabet“. Doch der erste Moment, an welchem die meisten Ankömmlinge dieses Wort das erste Mal zu lesen bekommen, ist am Flughafen. Die Passagiere müssen dort bei Ankunft eine Treppe hinuntersteigen, der gegenüber ein riesiges Bild prangt, auf dem „Akwaba en terre ivoirienne“ (Herzlich Willkommen auf ivorischem Boden) steht.

Die Serie über die Elfenbeinküste

Mit diesen Worten möchte ich meine Serie über die Elfenbeinküste beginnen. Wie Sie aus meiner Infoseite und aus einigen meiner bisherigen Artikel entnehmen können, lebe und unterrichte ich in der Elfenbeinküste. Bisher habe ich jedoch fast ausschließlich von meinem Leben als Lehrkraft und vom Schulalltag sowie den Dingen, die mich so beschäftigen, berichtet. Generelles zum Land kam jedoch nur wenig zur Sprache. Auf Wunsch einer Leserin werde ich dies nun aber nachholen. Lassen Sie mich gerne wissen, welche Themen Sie zu dem Land interessieren.

Generelles zur Elfenbeinküste

Allgemein sollte bekannt sein, dass die Elfenbeinküste (offiziell: „République de Côte d‘Ivoire“) in Westafrika direkt westlich von Ghana liegt. Das 322.462 km2 große Land liegt direkt am atlantischen Ozean (siehe Abbildungen 2 und 3) und ist Mitglied der Afrikanischen Union.

Abb. 2: Die Position der Elfenbeinküste in Afrika
Abb. 3: Die Elfenbeinküste

Abb. 4: Das Wappen der Elfenbeinküste

Der Name des Landes ist auf den ehemals großen Handel mit den Stoßzähnen von Elefanten zurückzuführen. Zum Glück wurde dieser aber gestoppt. Es gibt sie zwar noch in freier Natur, aber durch das Verschwinden des natürlichen Lebensraums und natürlich auch Wilderei ist die Anzahl freilebender Elefanten extrem gesunken. Es sind wohl nur noch um die 225 Exemplare (cf. Animal Welfare Institute 2020). Der Name ist jedoch geblieben und seit der Unabhängigkeit des Landes 1960 dient der Elefant als das offizielle Wappentier der Elfenbeinküste. Aus diesem Grund wird die Nationalmannschaft auch Les Éléphants („die Elefanten“) genannt.

Abb. 5: Die Flagge der Elfenbeinküste

Die Landesfarben sind orange, weiß und grün. Das Orange steht für die Farbe der Erde der Savannen im Zentrum des Landes, weiß symbolisiert die Hoffnung auf Einheit und Frieden und grün erinnert an das Grün der Wälder im Süden des Landes und gleichzeitig an die Gewissheit einer besseren Zukunft (cf. Présidence de la République de Côte d‘Ivoire).

Die Hauptstädte

Wie Abbildung 3 zu entnehmen ist, ist die Hauptstadt des Landes Yamoussoukro. Doch neben dieser politischen und administrativen Hauptstadt gibt es noch die Wirtschaftshauptstadt Abidjan. Und diese spielt in dem Land eine bedeutend größere Rolle. Das eigentliche Geschehen spielt sich nämlich hier ab – neben dem internationalen Flughafen befinden sich hier fast alle Institutionen des Landes.

Die Idee, die Hauptstadt in das Zentrum des Landes zu verlegen, kam vom ersten ivorischen Präsidenten und Namensgeber des internationalen Flughafens Abidjans: Félix Houphouët-Boigny. Dort wurde er nämlich 1905 geboren. Genauer in N‘Gokro, einem Dorf, welches der Vorläufer Yamoussoukros war. Noch dazu war die Idee, die Stadt Abidjan, die zu der Zeit bereits aus allen Nähten platzte, zu entlasten. Das hat allerdings nicht so gut funktioniert, wie die Realität zeigt.

Zuvor fungierten noch zwei andere Städte als Hauptstädte des Landes: Grand-Bassam von 1893 bis 1900 und Bingerville von 1900 bis 1933. Grand-Bassam liegt etwas außerhalb von Abidjan, Bingerville wurde mittlerweile an Abidjan angegliedert. Abidjan war von 1933 an offizielle Hauptstadt, bevor sie am 21. März 1983 von Yamoussoukro abgelöst wurde und „nur“ noch als Wirtschaftshauptstadt diente (cf. N‘Guessan o.A.).

Unabhängigkeit von Frankreich

Das Land war seit 1893 eine französische Kolonie und gelangte am 7. August 1960 zu seiner Unabhängigkeit. Französisch ist nach wie vor Landessprache, jedoch werden daneben noch mindestens 66 weitere Sprachen gesprochen (zum Beispiel Dioula, Baoulé, Sénoufo und Bété). Ich möchte mich in meinen Artikeln nicht so sehr zum Thema Politik äußern, aber soviel sei gesagt: Dass die Elfenbeinküste offiziell unabhängig von Frankreich ist, heißt für Letzteres nicht, dass es nicht weiter Einfluss auf das afrikanische Land nehmen kann, und das insbesondere in politischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten.

Abschließend…

Voilà! Das ist das Ende meines ersten Überblicks über die Elfenbeinküste. Beim nächsten Mal gibt es mehr zum Land. Seien Sie gespannt auf Artikel zu Essen, Kultur und Leuten. Abonnieren Sie gerne meinen Blog, um nichts mehr zu verpassen. Bis zum nächsten Mal.

Quellenverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis:

Lehrkräfte in Zeiten von KI – Werden wir bald überflüssig sein?

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Mit Sicherheit haben Sie mitbekommen, was Bill Gates vor Kurzem zum Einfluss Künstlicher Intelligenz auf die Entwicklung des Arbeitsmarkts verlautbaren ließ. Wenn nicht, hier eine Kurzversion des Gesagten: Seiner Meinung nach werden lediglich drei Berufsfelder nicht von KI betroffen sein. Dabei handelt es sich um Arbeiter*innen in der Energieindustrie, einige Fachkräfte im Gesundheitswesen und – Überraschung! – KI-Spezialisten (cf. Smith 09.01.2025). Wenn Sie mich fragen, klingt eine Welt, in der fast alles von KI beeinflusst wird, trostlos. Sie werden schnell verstehen, warum.

Abbildung 1: Bill Gates und künstliche Intelligenz

Durch die Stille in der Tasche zur Stille im Kopf

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Der Empfang von Schul-E-Mails aufs Smartphone ist Segen und Fluch zugleich. Natürlich ist es eine Erleichterung der Arbeitsprozesse. Jedoch bringt es auch einen entscheidenden Nachteil mit sich: denn (Schul-)E-Mails achten nicht auf unser Wohlbefinden. Ruhezeiten interessieren sie herzlich wenig.

So sehr ich zu Beginn dagegen war und mich über Jahre hinweg gesträubt habe, so sehr habe ich über die Zeit hinweg für mich den Nutzen im Erhalt von Schul-E-Mails direkt auf mein Smartphone erkannt. Ich muss mich nicht erst beim E-Mail-Dienst einloggen, um zu sehen, ob die so sehr erwartete Nachricht endlich angekommen ist.

Doch das Ganze hat auch Grenzen. Nämlich dann, wenn ich abschalten möchte. Dann, wenn ich den Schulalltag hinter mir lassen möchte. Wenn in dieser Zeit jedoch immer wieder Nachrichten auf dem Bildschirm aufploppen, so wird das Abschalten deutlich erschwert.

„Ping“ = Stress

Wie nötig ich das hatte, wurde mir bewusst, als ich an einem meiner freien Tage im vergangenen November eine Mail aufs Smartphone erhielt. Der Inhalt an sich war belanglos, aber das war meinem Gehirn egal. Panik machte sich breit.

Worum es ging? Ganz einfach: Mit dieser E-Mail sollte das Schulpersonal über die Tage informiert werden, an denen die Schule während der Weihnachtszeit geschlossen sein würde. Die Formulierung der Nachricht war jedoch auf den ersten Blick derart unklar, dass es klang, als würde der Unterricht früher wieder aufgenommen werden als geplant. Erst nach einem erneuten Lesen war das Missverständnis klar. Da war es aber schon zu spät.

Die Panik hatte bereits eingesetzt. Ich dachte, ich hätte etwas übersehen und meine geplante Reise nach Deutschland über die Weihnachtsfeiertage hinweg müsste ausfallen. Bis mein Gedankenkarussell endlich gestoppt hatte, dauerte es eine Weile.

Das hat mir die Augen geöffnet: Es musste sich etwas ändern.

Automatisierte Stille

Dieser Eingriff in mein Privatleben musste unbedingt aufhören. Ganz auf die automatischen Nachrichten auf mein Smartphone wollte ich aber nicht verzichten. Aber eben nur zu gewissen Zeiten. Ich wollte keine Nachrichten mehr spät am Abend oder früh am Morgen auf dem Smartphone entdecken, die mich stressen würden. Vor allem kann man um solche Uhrzeiten ja meist sowieso nichts ausrichten. Trotzdem setzen solche Nachrichten bei mir direkt das Gedankenkarussell in Gang, welches sich so lange dreht, bis ich mich der Mail annehme oder mich anderweitig abgelenkt bekomme. Also musste ich meinem Gehirn etwas auf die Sprünge helfen.

Zunächst suchte ich nach einer automatisierten Version, die das Synchronisieren von Nachrichten auf das Smartphone zu bestimmten Zeiten unterbricht. Die App „Quiet for Gmail“ bietet einen solchen Service für Android an. Leider hat die App in meinem Fall nach einer Weile aufgehört wie gewünscht zu funktionieren. Warum, das habe ich nie herausfinden können. (Glauben Sie mir: Ich habe es dutzende Male versucht.)

Inzwischen greife ich auf den manuellen Weg zurück: mit wenigen Klicks de- und aktiviere ich die Synchronisation von Gmail, wann immer ich es wünsche. Ein automatisierter Prozess wäre zwar angenehmer, aber so geht es auch.

Und es funktioniert: Endlich stressen mich Schul-E-Mails nicht mehr, zumindest nicht außerhalb der gewünschten Uhrzeiten.

Abschließend…

Seitdem ich begonnen habe, auf die Deaktivierung der Synchronisation von Nachrichten auf dem Smartphone zu für mich ungünstigen Zeiten zurückzugreifen, merke ich eine deutliche Stressreduzierung. Das Gedankenkarussell hat sich eindeutig verlangsamt, zum Teil steht es sogar still. 

Ich habe wieder mehr Macht über mein Smartphone, wodurch ich auch für mehr Stille in der Tasche gesorgt habe, die wiederum für mehr Stille in meinem Kopf sorgt. Endlich ist ein Abschalten wirklich möglich. Auf diese Weise kann ich meine Energiereserven wirklich auffüllen, wodurch ich in meinem Arbeitsalltag wirklich mehr Energie habe, auf so Dinge wie die E-Mailflut zu reagieren. Aber eben nur zu normalen Arbeitszeiten.

Und Sie? Stressen Sie Schul-E-Mails auch so wie mich? Und wenn ja, was tun Sie dagegen? Lassen Sie es mich gerne in einem Kommentar oder in einer privaten Nachricht wissen. Ich würde mich sehr freuen.

La Galette des Rois – Eine Neujahrstradition

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„Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. […] Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.“ (Matthäus 2, 1-2; 11)

Die Tradition

Abbildung 1: La Galette des Rois

Was das mit der Galette des Rois (zu deutsch etwa: Königskuchen) zu tun hat? Ganz einfach. Der Tag, an dem die Heiligen Drei Könige in Betlehem ankamen, um das Jesuskind zu besuchen, wird in Frankreich traditionell durch das Teilen der Galette des Rois begangen. Aber auch in anderen Ländern gibt es ähnliche Traditionen, um den Dreikönigstag zu begehen.

La Galette des Rois

Bei der Galette des Rois handelt es sich um einen flachen Blätterteigkuchen, der traditionell mit Frangipane gefüllt ist, eine Creme bestehend aus süßen Mandeln, Buttern, Eiern und Zucker. Inzwischen gibt es aber auch andere Arten, die Galette des Rois zu füllen wie zum Beispiel mit Apfel oder Schokolade.

Abbildung 2: Galette des Rois mit Bohne

Den Kuchen mit der Mandelcreme, der beliebtesten Sorte, zu füllen, hat sich erst später entwickelt. Die Creme selbst soll nämlich angeblich erst im vierzehnten Jahrhundert erfunden worden sein (cf. toronto.consulfrance.org 2015).

Traditionell wird in diesen Kuchen auch eine dicke Bohne (une fève) oder inzwischen auch eine (Porzellan-)Figur eingebacken. Wer diese findet, dem wird eine Krone aufgesetzt und er/sie darf sich für einen Tag König oder Königin nennen.

Abbildung 3: Galette des Rois mit Porzellanfigürchen

Der Ursprung

Wo dieser Brauch herstammt, ist, wie so oft, nicht mit Sicherheit zu sagen. Doch auch er scheint heidnischen Ursprungs zu sein. Vermutlich beruht dieses Teilen eines Kuchens auf dem Brauch, Feste zur Verehrung des römischen Gottes Saturns zu veranstalten, so wie dies im römischen Reich Sitte war (cf. Margot 2022).

Erst mit der Zeit verschmolzen der Festtag zu Ehren Saturns, die Saturnalien, mit den Feierlichkeiten zu Ehren der Ankunft der Heiligen Drei Könige in Betlehem. Die Tradition des Einbackens einer Bohne in den Kuchen hat seinen Ursprung in der römischen Tradition: Wer diese fand wurde nämlich zum „Prinz der Saturnalien“ ernannt (cf. geo.fr o.D.).

Die Feier

In der Regel wird dieser Kuchen am 06. Januar, dem Dreikönigstag, genossen. Doch nicht nur. Den ganzen Januar über wird er zu verschiedenen Anlässen dargeboten. Zentral ist dabei das gemeinsame Teilen des Kuchens. 

Da der Unterricht an meiner Schule dieses Jahr am 06. Januar wieder aufgenommen wurde, wurde beschlossen, das Fest nicht gleich am ersten Schultag stattfinden zu lassen. Aus diesem Grund fand es am vergangenen Montag, dem 13. Januar 2025, statt. Neben Getränken wurde sogar Gegrilltes angeboten. Der Star des Abends war aber natürlich die Galette des Rois. Da bleibt mir nur, Ihnen eine Joyeuse Épiphanie zu wünschen.

Abbildung 4: La Galette des Rois bei uns

Quellenverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis:

A.I. – „If you can‘t combat it, embrace it.“

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Vielleicht bin ich etwas late to the party, aber das macht das Thema künstliche Intelligenz nicht weniger relevant. Schließlich wird diese in immer mehr Bereichen eingesetzt, von Online-Suchmaschinen über digitale Spracherkennung und dem Schreiben von Artikeln bis hin zum autonomen Fahren.

Natürlich ist diese Innovation auch nicht an meinen Schülern*innen vorbeigegangen und eine nicht geringe Anzahl von ihnen macht davon auch Gebrauch – im Sinne einer „Arbeitserleichterung“ versteht sich. Hierbei spielen, wie auch anderswo, insbesondere Chatbots wie ChatGPT, die auf Basis künstlicher Intelligenz funktionieren, eine große Rolle. Für uns Lehrkräfte bedeutet dies, noch mehr darauf zu achten, dass Arbeiten tatsächlich durch die Lernenden selbst erledigt werden. Schließlich möchten wir, dass sie möglichst eigenständig arbeiten und dabei auch etwas lernen.

Die künstliche Intelligenz ist aber nicht grundsätzlich schlecht. Es kommt eben einfach darauf an, wie diese eingesetzt wird. Es gibt bereits Lehrkräfte, die die künstliche Intelligenz bewusst im Unterricht einsetzen und ihre Schüler*innen beispielsweise Aufgaben mit dieser bearbeiten lassen.

Aber nicht nur für Lernende stellt diese neue Erfindung eine Chance dar. Auch für uns Lehrkräfte kann sich diese als ausgesprochen hilfreich erweisen. Gewusst wie.

Stärken

Im letzten Schuljahr habe ich an einer schulischen Fortbildung zum Thema „Künstliche Intelligenz im Unterricht“ teilgenommen. Dabei wurden neben den offensichtlichen Arten der Verwendung von beispielsweise ChatGPT, wie die Bitte der Beantwortung von Fragen, auch noch weitere vorgestellt. So wurde uns erklärt, dass wir ChatGPT auch nach dem Erstellen von Unterrichtsplänen erfragen können.

Das habe ich in diesem Schuljahr zum ersten Mal ausprobiert. Die komplette Arbeit wird einem davon nicht abgenommen. So muss man beispielsweise die Recherche von Unterrichtsmaterialien nach wie vor selbst vornehmen. Aber gerade dann, wenn man bei der Behandlung eines Unterrichtsthemas keinerlei Material als Grundlage hat und die Planung bei null beginnen muss, kann man durch geschicktes Fragestellen schöne Ideen erhalten. In diesem Schuljahr habe ich beispielsweise um einen Plan für eine Unterrichtseinheit (UE) zum Thema „Pressezensur“ gebeten. Die daraufhin dargebotenen Ideen für Unterthemen waren echt hilfreich und erzeugten mehr Klarheit darüber, welche Punkte in der UE behandelt werden sollten.

Optimales Fragen für optimale Antworten

Während der Fortbildung wurde aber auch deutlich darauf hingewiesen, dass die Fragen sehr genau und möglichst detailliert gestellt werden sollten. Hält man sich an diese Regel, so können echt super Ideen dabei rumkommen.

Dabei gehe ich folgendermaßen vor:

Ich nenne… 

  • …die Klassenstufe, für die die UE vorgesehen ist.
  • …, dass es sich um eine Klasse handelt, die Englisch als Fremdsprache lernt. Das ist wichtig, um die Planung von einer für Muttersprachler*innen abzugrenzen.
  • …die vorgesehene Stundenanzahl. Zumeist nenne ich noch die genaue Minutenzahl einer Unterrichtsstunde.
  • …, welches das Überthema der UE ist und welche Aspekte mir in dieser besonders wichtig sind.

Entspricht der Vorschlag für die Planung durch ChatGPT nicht den eigenen Vorstellungen, so kann man auf Grundlage des Vorschlags immer noch nachjustieren, das heißt, noch mehr und/oder genauere Fragen stellen. 

Weitere Ideen:

ChatGPT eignet sich auch zum Kürzen von Texten. Bei der Recherche von Texten wie zum Beispiel Artikeln für meinen Unterricht, stoße ich immer mal wieder auf das Problem, dass diese zu lang sind. Diese zu kürzen ist nicht immer ganz einfach. Dafür habe ich nun ebenfalls zum ersten Mal die künstliche Intelligenz zu Rate gezogen. 

So habe ich an einigen Stellen, an denen ich nicht weiterkam, den betreffenden Absatz in das Textfeld von ChatGPT eingefügt mit der Bitte, diesen zu kürzen. Das funktioniert nicht immer einwandfrei, aber es hat mir doch geholfen und vor allem ein besseres Verständnis darüber gegeben, was drin bleiben sollte und was gelöscht werden kann. Aber Vorsicht!: Man sollte stets kontrollieren, was der Chatbot da jeweils produziert hat.

Des Weiteren kann man ganze Texte in das Fragefeld ChatGPTs hineinkopieren und darum bitten, Aufgaben dazu zu erstellen. Das Ganze funktioniert sogar mit Erwartungshorizont. Bei Zeitmangel und/oder fehlender Inspiration kann das ebenfalls helfen. Nicht alle Fragen entsprechen den eigenen Erwartungen, aber zumindest können einen diese auf gute Ideen bringen, um dann doch selbst gute Fragen zu erstellen.

Benötigt man einen kurzen Text zu einem Thema, um zum Beispiel eine Grammatik zu üben, kann man ChatGPT ebenfalls einen solchen erstellen lassen. Nennt man dem Chatbot, was in dem Text vorkommen soll und wie lang dieser sein soll, so hat man innerhalb einer sehr geringen Zeitspanne bereits ein Erzeugnis vorliegen. Wie im vorhergehenden Punkt kann auch dies bei mangelnder Inspiration und/oder mangelnder Zeit hilfreich sein. Aber natürlich sollte der Text nicht blind eingesetzt, sondern auch dieser auf Fehler hin untersucht werden.

Schwächen

Wer glaubt, nun aber keinen Finger mehr rühren zu müssen und sich ganz auf die künstliche Intelligenz verlassen zu können, der irrt gewaltig. Denn auch ChatGPT kommt mit Schwächen daher. Folgende Probleme habe ich im Rahmen meiner Verwendung des Chatbots bisher entdeckt:

So kann der Chatbot keine genauen Links für Websites angeben. Es werden maximal oberflächliche Links genannt, oft aber auch nur die Namen von Websites. Daraufhin muss der/die Nutzer*in auf der jeweiligen Website selbst nach dem gewünschten Text, Video oder sonstigem suchen.

Auch Songtexte kann ChatGPT nicht wiedergeben. Möchte man zu einer bestimmten Stelle eines Liedtextes etwas wissen, so muss man diesen schon selbst finden, in das Textfeld eingeben und den Chatbot daraufhin beispielsweise um eine Analyse bitten. Aber Vorsicht: Auch diese ist nicht immer unbedingt richtig.

Bei manchen Fragen erfindet der Chatbot sogar selbst Materialien. Man muss also unbedingt auf die Formulierung der gegebenen Antwort achten. Kommt als Antwort so etwas wie „Stellen wir uns einmal vor…“, dann ist klar, dass es sich um eine erfundene Antwort handelt.

Noch gravierender ist, dass ChatGPT auch mal Dinge falsch zitiert oder falsche Antworten gibt, beziehungsweisesich irrt. Wenn man den Chatbot darauf aufmerksam macht, entschuldigt er sich zwar, aber wer nicht aufmerksam ist, könnte da schnell in eine Falle tappen. Das gilt gerade dann, wenn es um das Verfassen eines schulischen Textes oder ähnlichem geht.

Als letzten Punkt möchte ich noch das Zitieren von Quellen aufführen. Das lässt ChatGPT nämlich völlig hintenüber fallen. Dadurch kann leicht Diebstahl an anderer Menschen Eigentum begangen werden. Gerade Autoren*innen, deren Texte online verfügbar sind, beklagen diesen Umstand. Dieser Faktor muss unbedingt behoben werden. Denn es ist nie ganz klar, ob die von ChatGPT gegebenen Antworten von diesem selbst oder einfach nur auf Basis der gefunden Dokumente im Internet erstellt wurden.

Abschließend…

Was sicherlich deutlich geworden ist, ist, dass die künstliche Intelligenz zwar eine gehörige Stütze bei der Erstellung unseres Unterrichts sein kann, aber man sich nun dennoch nicht auf die faule Haut legen darf. Alles erledigt diese nicht und vor allem sind einige der dargebotenen Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen. Es gilt somit, die künstliche Intelligenz auf kluge Weise einzusetzen und dieser nicht einfach blind zu folgen. Für die Basis ist sie gut, aber der Feinschliff liegt nach wie vor in den Händen der Lehrkräfte. Und das ist, wie ich finde, auch gut so.

2025: Neues Jahr, neues Glück?! – Die guten Vorsätze

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Erst einmal möchte ich Ihnen ein frohes neues Jahr 2025 wünschen. Mögen all Ihre Wünsche in Erfüllung gehen. Insbesondere wünsche ich meiner Leserschaft viel Gesundheit, die ja gerade in dieser Zeit so wichtig ist.

Nun aber zu meinem Artikel:

Wer hier schon länger mitliest, hat sicher bemerkt, dass ich seit ungefähr einem Jahr immer mal wieder längere Schreibpausen hier eingelegt habe. Die waren aber nicht geplant. Immer wieder kam irgendetwas dazwischen. Zunächst verschob ich lediglich das Posten des nächsten Artikels. Das geschah dann aber so oft, dass es überhaupt nicht mehr zu einer Veröffentlichung kam. Und zu guter, nein, schlechter, Letzt hörte ich ganz auf, auf Lærari zu schreiben. 

Und das tat mir in der Seele weh. Denn eigentlich zählt das Schreiben zu einer meiner großen Leidenschaften. In den letzten Jahren habe ich dies immer mehr begriffen. Noch dazu habe ich auch verstanden, wie gut mir dies tut. Hier kann ich all das ausdrücken, was sonst ungesagt bleibt. Gleichermaßen gelingt es mir durch das Schreiben, meine Gedanken zu ordnen.

Allerdings benötigt dies auch Zeit. Zeit, die ich zuletzt immer weniger zur Verfügung hatte. Und vor allem aber auch Energie. Denn selbst dann, wenn Zeit zur Verfügung steht, man aber stark ausgelaugt ist, bleibt für Hobbies kaum Platz.

Natürlich spielte dabei der Schulalltag eine erhebliche Rolle. Wie in meinem Artikel „Der Schweizer Käse des Schulsystems“ beschrieben, habe ich in diesem Schuljahr eine sehr große Anzahl an Freistunden, wodurch meine Schultage sich, meiner Meinung nach, unnötig ausdehnen. Gleichzeitig habe ich aber auch meine Schreibaktivitäten anderweitig ausgedehnt, weshalb für das Schreiben auf meinem Blog auch nicht immer Zeit oder mentale Energie zur Verfügung stand.

Mitunter fehlten mir aber auch die passenden Ideen, die in mir selbst genügend Interesse weckten, um darüber zu schreiben. Denn das Schreiben um des Schreibens willen möchte ich tunlichst vermeiden.

Gute Vorsätze – und wie man sie endlich umsetzt

Wie so viele komme auch ich nicht umhin, das neue Jahr mit guten Vorsätzen zu beginnen. Natürlich bin ich mir in diesem Kontext bewusst, wie sehr ein Großteil der Menschen mit der Umsetzung dieser Vorsätze hadert. Und auch bin davor nicht gefeit. Wie zuvor beschrieben, habe ich schließlich in letzter Zeit immer mal wieder unfreiwillige Schreibpausen auf Lærari eingelegt oder einlegen müssen. Da ist es nicht unmöglich, dass ich bei der Umsetzung meiner guten Vorsätze erneut scheitern könnte. Das hält mich jedoch nicht davon ab, es wenigstens zu versuchen.

Wie Sie sich sicher denken können, hat einer meiner guten Vorsätze mit meiner Schreibtätigkeit hier auf dieser Website zu tun. Es ist einfach so schade, dass ich nach so einer langen Zeitspanne des regelmäßigen Schreibens hier auf einmal so große Probleme habe, dies fortzusetzen. Und obwohl ich nach wie vor anderen Hobbies nachgehe, liegt es mir am Herzen, wieder stetig Artikel hier zu veröffentlichen.

Wenn man nach Tipps sucht, wie man die eigenen Vorsätze erfolgreich umgesetzt bekommt, so wird unter anderem empfohlen, mit einem Plan zu starten. Dieser sollte beinhalten, wie man vorgehen möchte und was man insbesondere an schlechten Tagen tun könnte, um ein Scheitern des Plans zu verhindern. Denn schlechte Tage, an denen die Motivation mal nicht so groß ist, an denen man keine Lust hat und die Muse einen einfach nicht küssen möchte, die wird es immer geben. Und natürlich habe auch ich mir Gedanken gemacht, wie ich mein Vorhaben, wieder regelmäßig auf Lærari zu schreiben, tatsächlich verwirklicht bekomme.

Kleine Veränderungen

Zeit und Energie

Zunächst habe ich mir in diesem Zusammenhang überlegt, wo ich die nötige Zeit und vor allem auch die notwendige mentale Energie zum Schreiben herbekomme. Die Unterrichtstage sind hier sehr lang: Die Schule geht von 7:30 bis 16:55 Uhr. An drei Tagen die Woche verbringe ich wegen meines seltsamen Stundenplans auch diese gesamte Zeit in der Schule. Nach Hause fahren wäre zwar möglich, aber allein durch den Weg hin und zurück würde ich wertvolle Zeit verlieren. Wenn ich dann abends dann nach Hause komme, bin ich selbstverständlich zu ausgelaugt, um mich dann noch dem Schreiben zu widmen.

Deshalb habe ich vor Kurzem entschieden, die private Schreibtätigkeit nicht mehr nur auf die Zeit außerhalb der Schule zu verlegen. Stattdessen bearbeitete ich in meinen vielen Freistunden nicht mehr nur schulische Aufgaben, sondern schreibe auch. Gerade montags, wo ich 5,5 (!) Freistunden am Stück habe (Ja, ich habe versucht, dies ändern zu lassen. Leider vergebens…), bleibt immer ein bisschen Zeit für privates Schreiben. Auf diese Weise schreibe ich dann, wenn ich noch mentale Energie zur Verfügung habe und genügend Zeit habe ich dann ja sowieso.

Themen

Noch dazu möchte ich meinen Fokus hier ausweiten: Statt ausschließlich über Dinge zu sprechen, die direkt mit dem Unterricht oder dem Schulalltag zu tun haben, möchte ich auch (wieder) mehr über andere Themen schreiben, die mir im Alltag begegnen. Dazu gehört auch, öfters über mein Leben hier in der Elfenbeinküste zu berichten. Schließlich arbeite ich nicht nur hier, sondern lebe auch hier – das macht also auch einen Teil meines Lebens als Lehrerin aus. (Danke Dani für den Tipp. 😘) Auch andere Aspekte, die mich interessieren und über die ich lerne, und die für Sie ebenfalls von Interesse sein könnten, möchte ich hier ansprechen. 

Denn in letzter Zeit fielen mir oftmals gar nicht mehr so viele Dinge ein, über die ich im Bereich Schule noch schreiben konnte und die wirklich interessant und vor allem auch neu sind. Das hat mich zusätzlich in meiner Schreibtätigkeit blockiert. Denn wenn bereits Langeweile aufkommt, dann kann auch nichts Gescheites bei rumkommen. Also: Je weiter der Fokus, desto mehr Motivation. Zumindest erhoffe ich mir dies. Und so langsam merke ich auch wieder das alte Feuer aufflammen.

Abschließend…

Ich hoffe sehr, dass ich auf diese Weise endlich wieder regelmäßig zum Schreiben auf Lærari kommen werde: eine Verlagerung des Schreibens von ausschließlich zu Hause auch in die Schule und eine Erweiterung des Themenpools. Das ist auf jeden Fall mein Konzept für die Umsetzung dieses guten Vorsatzes. Ob es klappt, werden Sie natürlich direkt erkennen können, wenn tatsächlich einmal wöchentlich ein Artikel hier erscheint.

Und Sie? Haben Sie auch gute Vorsätze für 2025 und idealweise auch einen Plan, wie Sie diese umsetzen könnten? Teilen Sie es mir gerne in den Kommentaren mit oder schreiben Sie mir eine private Nachricht. Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung Ihrer Vorsätze.

Abbildungsverzeichnis:

Große Veränderungen an der Schule – Vom Trimester zum Semester

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Das erste Trimester – ein ewiger Kampf

Das Ende des ersten Trimesters: Es ist ein ewiger Kampf. Und das in jedem Jahr. Das liegt insbesondere daran, dass vor einiger Zeit festgelegt wurde, dass bis auf Sportlehrer*innen alle Lehrkräfte in jedem Trimester mindestens drei Noten pro Klasse zusammentragen sollen, die auf den Kompetenzen wie zum Beispiel Schreiben und Sprechen basieren. Diese Anzahl im ersten Trimester zu erreichen ist nicht unmöglich, aber stets mit einer Menge Arbeit und vor allem Energie verbunden, die dabei draufgeht.

Das zentrale Problem besteht darin, dass das erste Trimester nicht länger ist als die anderen beiden. Das heißt, dass einem nur die Zeit von Anfang September bis kurz vor Ende November zur Verfügung steht. Im September ist es aber kaum möglich, bereits große Klausuren oder Klassenarbeiten schreiben zu lassen. Schließlich muss man die Schüler*innen ja in der Regel erst einmal kennenlernen und ihnen noch dazu etwas beibringen, was dann geübt wird, bevor das Wissen beziehungsweise das Können überprüft werden kann. Realistisch gesehen, bleiben einem nur so in etwa zwei Monate, um die geforderte Anzahl an Noten zu erreichen.

Am vergangenen Freitag war Notenschluss und es war mal wieder ein Kampf, noch alles zu schaffen. Die Erschöpfung merke ich auch heute, einem Sonntag, noch. Deshalb begrüße ich die große Umstellung umso mehr, die an unserer Schule für das kommende Schuljahr geplant ist.

Die Umstellung und die damit einhergehende Hoffnung

Im französischen Schulsystem wird allgemein in Trimestern gearbeitet. Da ich an einer französischen Schule arbeite, betrifft auch mich das. Im nächsten Jahr soll das an unserer Schule geändert werden: Es wird von Trimestern auf Semester umgestellt. Statt also alles in drei Monaten durchzuhecheln, werden uns nun um die fünf Monate zur Verfügung stehen, um die geforderte Anzahl an Noten zu erreichen.

Zur Zeit wird natürlich vieles besprochen. So auch, wieviele Klausuren beziehungsweise Klassenarbeiten und weitere Leistungsbewertungen es werden sollen. Drei oder vier Überprüfungen basierend auf Kompetenzen in dieser Zeit klingt für viele machbar. Und das würde einfach mal deutlich den Stress reduzieren. Das gilt sowohl für Lehrkräfte, als auch für die Schüler*innen, denn die merken den Drucken natürlich ebenso.

Man könnte mehr Zeit für das Üben eines bestimmten Aufgabentyps aufwenden, was ja auch zu einem besseren Verständnis seitens der Schüler*innen führen könnte. Und das ist es ja wert.

Auf jeden Fall bin ich gespannt und blicke dem kommenden Schuljahr mit viel Hoffnung entgegen, dass der übliche Schulstress endlich etwas reduziert werden könnte.

Sport für alle – Die Öffnung der Sportanlagen

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Sollten Sie meinen letzten Artikel („Sport – Von einer Möglichkeit zum Muss“) gelesen haben, dann erinnern Sie sich sicher daran, dass ich es mir seit dem vergangenen Sommer zur Aufgabe gemacht habe, den Sport zur Priorität in meinem Alltag zu machen. Zuvor hatte ich diesen nämlich zumeist ans Ende meiner To-do-Listen verschoben und diesen dadurch erheblich vernachlässigt. Inzwischen habe ich aber begriffen, wie wichtig der Sport nicht nur für das körperliche, sondern auch für das geistige Wohlbefinden ist. Deshalb ist es mir inzwischen ein echtes Anliegen, diesen fest in meinen Wochenplan zu integrieren. Und mit dieser Idee bin ich anscheinend nicht alleine.

Seit ein paar Wochen gibt es nun nämlich eine Neuerung an unserer Schule. Die Sportanlagen können nun abends vom gesamten Personal der Schule genutzt werden. Noch dazu bieten einige der Sportlehrer*innen donnerstags nun Kurse für alle an der Schule tätigen Personen an. Und das komplett kostenlos.

Schon zuvor gab es Lehrkräfte, die wöchentlich gemeinsam Badminton oder Fußball spielten. Andere trafen sich zweimal die Woche zum Aquagym. Was nun neu hinzugekommen ist, sind Angebote wie Klettern beziehungsweise Bouldering, Volleyball, Dance-Fit (eine Mischung aus afrikanischem Tanz und Fitness), Tischtennis und noch einiges mehr. Das Personal wird auch dazu ermutigt, Gruppen zu bilden, um gemeinsam auf dem Sportplatz zu walken oder zu laufen.

Abb. 1: Bouldering; Abb. 2: Volleyball; Abb. 3: Laufschuhe

Sport – Von einer Möglichkeit zum Muss

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Ich bin mitnichten ein Sportmuffel. Nein, nein. Warum fällt es mir dann aber oft so schwer, den Sport als Priorität statt als Option zu behandeln? Stets setze ich den Sport ans Ende meiner To-do-Liste. Rein nach dem Motto „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ dient mir der Sport als eine Art Belohnung für das Erledigen meiner anderen Aufgaben. Bei meinem Hang zum Perfektionismus stoße ich aber oft auf das Problem, dass ich für meine anderen Aufgaben oft so viel mehr Zeit benötige als geplant, dass es zu der Belohnung gar nicht erst kommt.

Abbildung 1: Sportarten

Obwohl sich auf der Liste nicht immer nur dringend zu erledigende Aufgaben befinden, fällt es mir schwer, meinem Kopf begreiflich zu machen, dass wir auch mal eine echte Pause machen können, in der wir Sport treiben, um dann später weiterzumachen. Das Ergebnis ist oft folgendes: Ich sage mir selbst, dass der Sport ja auch noch bis zum nächsten Tag warten kann. Am besagten nächsten Tag geschieht dann oft dasselbe. Und wir alle wissen wie der weitere Verlauf aussieht: der Sport wird in immer weitere Ferne verschoben.

Mehr Präsenz zeigen – Der Kontakt mit den Eltern

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In dieses Schuljahr bin ich mit dem Vorsatz gestartet, mehr Präsenz im Bereich der Elternarbeit zu zeigen. Ziel ist es, von Anfang an einen deutlich besseren Kontakt mit den Eltern meiner Schüler*innen zu halten und nicht erst dann mit diesen in Kontakt zu treten, wenn es Probleme gibt. Die Idee dahinter ist die, dass bei Problemen so direkt eingegriffen werden kann. Viele Eltern erkennen sonst oft erst durch das Trimesterzeugnis, dass das eigene Kind Schwierigkeiten hat. Der Zeugniskommentar für jedes einzelne Fach zeigt dann oft deutlich auf, dass diese Probleme durch frühzeitige Kommunikation wenn nicht behoben, so doch zumindest hätten reduziert werden können.

Motivation weicht Enttäuschung

Höchst motiviert startete ich also mit diesem neuen Vorsatz. Zunächst beobachtete ich, wie sich die Schüler*innen im Unterricht machten und wie deren erste Zensuren aussahen. Nach ein paar Wochen kontaktierte ich dann alle Eltern, deren Kinder Schwierigkeiten mit dem Unterrichtsstoff hatten oder die Verhaltensauffälligkeiten im Unterricht zeigten. Natürlich signalisierte ich auch einen Mangel an Arbeit.

An unserer Schule geschieht die Kommunikation mit den Eltern entweder mündlich per Telefon oder schriftlich über das Mitteilungsheft, welches die Schüler*innen stetig mit sich zu tragen haben, oder aber über die Onlineplattform. In der Regel nutze ich letzteres, da ich auf diesem Weg mehrere Personen gleichzeitig erreichen kann. Außerdem zeigen die Schüler*innen das Mitteilungsheft auch nicht immer zu Hause vor. Bei einer Nachricht direkt an die Eltern kann ich mir also recht sicher sein, dass diese auf jeden Fall ankommt.

Zufrieden, mein Ziel nicht aus den Augen gelassen zu haben, erledigte ich diese Aufgabe. Da ich direkt an die Eltern der betroffenen Schüler*innen von vier Klassen schrieb, waren das schon einige Nachrichten. Dann hieß es warten auf Antwort. Tja, und dann war die Enttäuschung groß. Denn von der Hälfte der Eltern habe ich bis zum heutigen Tag keinerlei Rückmeldung erhalten. Dabei sind die Eltern sogar dazu angehalten, diesen Weg der Kommunikation (die Onlineplattform) stetig zu kontrollieren. Das Problem mit der mangelnden Kommunikation seitens einiger Eltern ist aber weit verbreitet. Und es handelt sich zumeist immer um dieselben Eltern.

Das finde ich sehr schade. Dies hinterlässt den Eindruck, dass das Kind einfach nur in der Schule abgegeben wird und wir Lehrkräfte uns dann darum zu kümmern haben. Egal, ob das funktioniert oder nicht. Hauptsache, das Kind wird irgendwo betreut.

Der Blick auf das Positive

Wie so oft gilt es also, sich mal wieder auf das Positive zu konzentrieren. Denn von mehreren Eltern kam doch etwas zurück. Sie alle bedankten sich dafür, dass ich deren Aufmerksamkeit auf die Schwierigkeiten des eigenen Kindes zog, andere erfragten noch dazu Tipps, um das Kind besser zu unterstützen. Das hat bei einigen auch schon Wirkung gezeigt und deren Ergebnisse haben sich bereits verbessert. Das ist speziell der Fall eines Schülers, dessen Mutter sofort Einsatz gezeigt und mich direkt um ein Treffen im Verlauf desselben Schultags gebeten hat. Bereits jetzt kann man eine stete Verbesserung seiner Noten feststellen.

Eine andere Mutter hat mir gegenüber sogar ein Lob ausgesprochen. Sie beklagte, dass sie zuvor im Falle von Schwierigkeiten nur seltenst von Lehrkräften kontaktiert wurde. Umso erfreuter war sie zu sehen, dass ich wirklich Interesse für ihre Tochter zeigte. Seitdem haben wir ebenfalls Hilfsmittel für ihre Tochter gefunden, die einen positiven Einfluss auf ihr Arbeiten zeigen.

Abschließend…

Selbstverständlich werde ich mich nicht damit begnügen, dass einige Eltern einfach nicht auf meine Nachrichten reagieren. Nach wie vor liegt es mir am Herzen, sie darauf aufmerksam zu machen, wenn etwas nicht funktioniert. Ich werde in diesen Fällen auf eine Kommunikation per Telefon zurückgreifen müssen. Das heißt zwar nicht, dass ich auf diesem Weg auch die restlichen Eltern erreichen werde – einige sollen sich schon seit Jahren rar machen und erst auf Aufforderung der Schulleitung reagieren -, aber Hauptsache, ich habe es versucht.

Im nächsten Schritt möchte ich dann auch den Eltern schreiben, deren Kinder besonders gut arbeiten. Dabei kommt es mir nicht auf hervorragende Noten an. Wichtiger ist es mir, dass das Arbeitsverhalten besonderes Lob verdient. Wenn dann die Noten noch dazu stimmen, umso besser. 

Nun würde mich natürlich interessieren, wie Sie es mit der Kommunikation mit den Eltern Ihrer Schüler*innen halten. Auf welche Weise kommunizieren Sie mit ihnen? Wie gut gelingt es Ihnen, den Kontakt mit den Eltern aufrecht zu erhalten? Wie ist die Resonanz der Eltern? Lassen Sie mir gerne einen Kommentar hier oder schreiben Sie mir eine private Nachricht.

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