Es ist noch kein (Fremdsprachen-)Lehrer vom Himmel gefallen.

Schlagwort: Müdigkeit

Erschöpfung und Müdigkeit 2.0 – Eine Ursachensuche

Die Ferien sind vorüber und die Erschöpfung ist da…

Gerade erst sind zwei Wochen Ferien vorübergegangen und man möchte meinen, dass ich nun ausgeruht und voller Energie in die letzte Phase des Schuljahres starten sollte. Dem ist jedoch nicht so. In der Regel schreibe ich meine Artikel donnerstags. Dabei handelt es sich um meinen freien Tag (abgesehen selbstverständlich von den Wochenenden). Während ich hier vor dem Laptop sitze, muss ich feststellen, wie erschöpft ich mich plötzlich fühle. Ich möchte mich eigentlich nur hinlegen und gar nichts tun. Woher kommt dies aber, wo doch gerade Ferien waren?

Korrekturen

Zum einen rührt diese Müdigkeit höchstwahrscheinlich daher, dass ich in diesen Ferien wider Erwarten natürlich doch habe korrigieren müssen. Da wir einschließlich dieser Woche nur noch drei Wochen bis zum Notenschluss des dritten Trimesters zur Verfügung haben, um alle geforderten Leistungen umzusetzen, habe ich versucht, so gut wie möglich Evaluationen in die Zeit vor den Ferien zu verlegen. Auf diese Weise habe ich nun in einigen Klassen beispielsweise gar keine Überprüfungen mehr anstehen und in den verbleibenden nur noch je eine Klassenarbeit beziehungsweise Klausur. 

Dadurch hatte ich jedoch vor den Ferien einen riesigen Stapel mit zu korrigierenden Arbeiten etc. angehäuft. Die ersten fünf bis sechs Tage der Ferien habe ich also nur mit Korrekturen zugebracht. Denn wie es gerne der Fall ist, kam ich nur recht langsam voran. Und leider habe ich auch die schlechte Angewohnheit, mir Spaß zu verbieten, ehe ich nicht alles erledigt habe. Somit habe ich die Ferien nicht ausschließlich ausspannen können.

Schuljahresende

Ein weiterer Grund für diese Erschöpfung ist wohl aber auch der, dass es gerade zum Schuljahresende hin eine Vielzahl Dinge zu erledigen gilt. Die letzten Klassenarbeiten beziehungsweise Klausuren sind zu schreiben, die natürlich auch korrigiert werden wollen. Zudem müssen die mündlichen Noten erfasst und die Zeugniskommentare geschrieben werden. Noch dazu ist letzteres in unserem Schulsystem zum Schuljahresende deutlich zeitaufwändiger: Statt einem Zeugniskommentar für das Trimesterende schreiben wir neben diesem am Ende des Schuljahres auch noch einen Kommentar für das ganze Schuljahr. Glücklicherweise ist dies nicht in allen Klassenstufen der Fall. Dennoch habe ich in fünf meiner sechs Klassen je zwei Zeugniskommentare pro Schüler*in zu verfassen. Noch dazu gibt es immer noch soviel Krimskrams, der zu erledigen ist, bevor man in die Ferien verschwinden kann. Es ist, als wäre ich schon vorab müde. So als würde mich der Gedanken an das zu Erledigende bereits jetzt ermüden.

Komisch, aber ist so…

Seltsamerweise müsste ich aber gar nicht gestresst sein. Ich habe derzeit eigentlich alles super im Griff. Bereits in den nächsten Tagen werde ich mit dem Schreiben der Zeugniskommentare für die Klassen beginnen, in denen ich bereits alle Klausuren geschrieben habe, obwohl diese erst in vier Wochen fällig wären. Auch habe ich die Stundeninhalte und Materialien für die kommenden Wochen bereits abgeschlossen und die Arbeitsblätter bereits kopiert. Eigentlich müsste ich also jetzt quasi tiefenentspannt sein.

Merkwürdigerweise ist dem aber nicht so. Eventuell liegt es daran, dass das Schuljahr sehr arbeitsreich war und generell vermehrt Dinge von uns abverlangt werden. Andauernd kommen neue Aufgaben zu unseren bisherigen hinzu. Auch trage ich oft die Sorge mit mir herum, etwas vergessen zu haben oder zu können, obwohl ich alles fein säuberlich notiere und abhake, sobald es erledigt ist. Gleichzeitig kann es natürlich aber auch der Stress der vergangenen Monate sein, der nun so langsam abfällt und beachtet werden möchte.

Abschließend…

Wie Sie sehen können, weiß ich immer noch nicht, woher mein Erschöpfungszustand rührt. Höchstwahrscheinlich ist es eine Kombination aus all den genannten Dingen. Dem Marathon an Korrekturen während der Ferien, nicht genug Ruhe in dieser Zeit und die vielen Aufgaben, die vor Schuljahresende noch beachtet werden müssen. Eventuell kann diese Erschöpfung natürlich auch daher stammen, dass ich einfach generell eine ausgesprochen gute Arbeit erledigen möchte und dementsprechend viel dafür tue. Abschalten gelingt mir nicht immer leicht, trotz Sport und dem Versuch, meine Hobbys nicht allzu sehr zu vernachlässigen, wenn der Schulalltag mal wieder allzu sehr von mir abverlangt. Mein Ziel für die kommenden Wochen ist es somit, mich mehr um mich selbst zu kümmern und auch mal auszuspannen.

Mich würde interessieren, was Sie tun, wenn Sie sich derart erschöpft fühlen. Haben Sie einen Tipp? Vielleicht haben Sie ja auch etwas, was simpel klingt, aber ausgesprochen effektiv ist. Oder Sie tun etwas, was andere als merkwürdig oder sinnlos erachten, aber was Ihnen ausgesprochen gut hilft, wenn Sie der Arbeitsalltag auslaugt. Schreiben Sie mir gerne – als Nachricht oder hier als Kommentar. Ich bin immer für gute Ratschläge zu haben. 

Schlaf- und Sportmangel – Habe ich als Lehrer(in) noch Zeit für mich?

Lehrersein. Ist dies nun ein Beruf oder mehr eine Berufung? Etwas, was eine Berufung ist, scheint mir doch etwas zu sein, was grundlegend das Leben bestimmt. Und so kommt es mir als Lehrkraft oftmals so vor, als hätte man gar keine Zeit mehr für sich selbst. Es gibt immer noch etwas zu tun. Das Klischee, dass man als Lehrkraft ja sooo viel Zeit hätte, gehört definitiv der Vergangenheit an, auch wenn es mitunter garantiert noch Lehrer*innen gibt, die nach wie vor nach dieser alten Methode arbeiten und leben. Die Frage ist aber dennoch, ob der Lehrerberuf dauerhaft das ganze Leben bestimmen darf bzw. ob man dies akzeptieren will.

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