Ein unvermeidbares Übel

Ein nicht unwesentlicher Teil der Arbeit einer Lehrkraft ist das Korrigieren von Klassenarbeiten und/oder Klausuren, Tests und ähnlichen Wissensüberprüfungen. Das Evaluieren gehört einfach zu diesem Beruf dazu. Dabei ist es unerheblich, ob diese Tests oder Arbeiten benotet werden oder nicht. Für jegliche Form der Überprüfung des Wissens oder der Kompetenzen müssen wir Zeit aufwenden. Mal mehr, mal weniger. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei der Korrektur um etwas, was unausweichlich ist.

Für mich persönlich erweist sich dabei die Korrektur von Klassenarbeiten und Klausuren als besonders zeit- und energieraubend. Das lange Sitzen, zum Teil das Entziffern von Handschriften und die Bemühungen die zum Teil kläglichen Versuche in der Fremdsprache zu verstehen – all dies macht mich zum Teil recht müde. Als ich mich darüber einst in Gegenwart eines Kollegen äußerte, meinte dieser, wenn ich die Korrektur von Arbeiten beziehungsweise Klausuren nicht möge, dann hätte ich den falschen Beruf gewählt. Das hat mich doch stark beschäftigt.

Jede*r ist anders

Seitdem habe ich jedoch in vielen Gesprächen mit Kollegen*innen erkennen können, dass es vielen wie mir geht. Die Korrekturarbeit ist für diese wie für mich eine der lästigsten Aufgaben des Berufs. Wie immer sind die Menschen, in diesem Falle die Kollegen*innen, verschieden. Manche mögen es, Arbeiten beziehungsweise Klausuren zu korrigieren, und andere wiederum nicht. 

Es zeigt sich hier jedoch deutlich, dass man sich in keiner Weise als ungeeignet für den Beruf fühlen muss, weil man zur letzten Gruppe gehört. Derartige Gedanken gingen mir nämlich zunächst im Kopf herum. Wie so oft, hilft es, die Meinungen vieler Menschen zu hören, um zu sehen, was denn nun wirklich der Realität entspricht. Bis auf diesen Lehrer habe ich niemals zuvor und nach diesem Gespräch eine Lehrperson sagen hören, dass sie gerne korrigiert. Fühlen wir uns also nicht schlecht, wenn wir unsere Stärken eher in anderen Bereichen des Lehrberufs sehen.

Abschließend…

Grundsätzlich sollten wir in allen Bereichen die Meinungen anderer kritisch durchleuchten. Denn schnell können wir uns durch diese minderwertig oder am falschen Platz fühlen. Wie sich im Rahmen der hier vorliegenden Thematik gezeigt hat, ist ein stetiger Austausch mit einer Vielzahl an Menschen der beste Weg, um sich nicht von einer einzelnen Aussage völlig verunsichern zu lassen. Jeder Mensch hat seine Stärken und Schwächen, weshalb wir nicht alle überall gleich gut sein und die selbe Motivation mitbringen können. Dies sollten wir uns stetig bewusst machen.

Für Menschen, die, wie ich, das Korrigieren am liebsten ganz streichen würden und die stetig Wege suchen, um hier schneller und effektiver zu arbeiten, empfehle ich die Lektüre meiner Artikel „Klausuren, Klassenarbeiten und Korrekturen – Das muss doch auch anders gehen“  oder aber „Prüfungsformate – Geht das nicht auch anders?“. Einen generellen Grundkurs zum Thema Prüfungsformate im Fremdsprache gebe ich im folgenden Artikel: „Prüfungsformate im Fremdsprachenunterricht – Ein Grundkurs“