Die Wichtigkeit von Verbindungswörtern

Beispiele für Verbindungswörter

Ein Teil der Spracharbeit speziell im Fremdsprachenunterricht fällt dem besseren Ausdruck zu, zumindest sollte dies der Fall sein. Dazu gehört auch die Vermittlung von Verbindungswörtern (linking words aber auch connecting words genannt).

Im Englischen sind das beispielsweise „however“, „nevertheless“, „although“, „whereas“ oder aber „despite“. Selbstverständlich gibt es noch eine Vielzahl anderer Begriffe, die Satzteile verbinden oder aber einen neuen Satz beginnen, der auf den vorhergehenden Bezug nimmt beziehungsweise die vorherige Aussage erweitert. Oftmals werden diese hin und wieder im Unterricht erwähnt, auswendig gelernt und dann idealerweise im Rahmen von Schreibaufgaben verwendet. Selten jedoch werden die Verbindungswörter und deren Sinnhaftigkeit direkt thematisiert. Dabei spielen diese doch eine wichtige Rolle im Rahmen des Ausdrucks von Kohärenz und Kohäsion.

Die Wichtigkeit vermitteln

Zu Beginn des Erlernens einer Sprache geht es selbstverständlich mehrheitlich darum, dass unsere Schüler*innen einen gewissen Wortschatz entwickeln. Über die Zeit hinweg sollten jedoch auch die Struktur und Ausdrucksverbesserung gezielt thematisiert werden. Hierzu zählt auch der Einsatz von Verbindungswörtern. Dabei empfiehlt es sich, den Lernenden genau zu erläutern, weshalb sie die linking words erlernen und verwenden sollen. Sie müssen begreifen lernen, dass es sich nicht um eine neue Methode handelt, um ihnen das Leben mit weiteren Vokabeln unnötig zu erschweren. Stattdessen muss ihnen klar werden, dass sich hierdurch ihr Ausdruck und auf Seiten des/der Lesers*in auch das Verständnis verbessert. Verbindungswörter helfen uns, einem Text besser folgen zu können. Der rote Faden wird deutlicher.

Wie lehre ich Verbindungswörter?

Selbstverständlich gibt es verschiedene Wege, um Verbindungswörter im Unterricht zu vermitteln. Zunächst einmal sollte deren jeweilige Bedeutung klar sein. Manche Wörter bedeuten nämlich ähnliches. Es muss den Schülern*innen genau klar sein, was sie mit welchem Wort ausdrücken können. So drückt beispielsweise „whereas“ einen Kontrast aus, während „therefore“ eine Schlussfolgerung äußert.

Falsches korrigieren

Immer wieder gibt es Lernende, die die Verwendung von Verbindungswörtern schlichtweg als unwichtig empfinden. Schließlich verstehe man sie auch so. Aus diesem Grund empfehle ich, die Schüler*innen die Relevanz dieser Wörter selbst entdecken zu lassen (induktives Arbeiten). Das kann beispielsweise durch Sätze geschehen, die das falscheVerbindungswort enthalten. Ein Beispiel könnte das Einblenden oder Anschreiben eines folgenden Satzes sein:

„The company is growing. However, there will be more jobs on offer.“ 

„However“ ist hier selbstverständlich nicht richtig. Stattdessen könnten „consequently“ oder „as a result“ verwendet werden. Indem die Schüler*innen begreifen, dass das eingesetzte Verbindungswort hier völlig fehl am Platz ist, beginnen sie idealerweise zu begreifen, weshalb die Verwendung von Verbindungswörtern sinnvoll ist.

Sätze gegenüberstellen

Eine andere Vorgehensweise ist die der Gegenüberstellungvon Sätzen. Verwenden wir noch einmal das zuvor genannte Beispiel, so zeigt sich durch die Verwendung der Formulierung mit dem Verbindungswort als auch die ohne die Relevanz des Verbindungswortes:

„The company is growing. Consequently, there will be more jobs on offer.“ vs. „The company is growing. There will be more jobs on offer.“ 

Im ersten Satz zeigt sich deutlich, dass durch die Expansion der Firma mehr Stellenangebote entstehen werden. Das Wort „consequently“ zeigt deutlich, dass letzteres aus ersterem resultiert. Im zweiten Satz hingegen ist dies erst durch die Analyse der beiden Sätze und deren Interpretation der Fall. Mit einem Verbindungswort hilft der/die Autor*in eines Textes somit dem/der Leser*in ihm/ihr zu folgen.

Nach dem Entdecken kommt das Üben

Damit das Vermitteln nicht nur auf der Ebene des Entdeckens verbleibt, sollte anschließend auch geübt werden. Das kann auf verschiedene Art und Weise geschehen.

Beispielsweise kann folgendes möglich sein:

  1. An der Tafel werden ein oder zwei Sätze eingeblendet beziehungsweise angeschrieben, in welchem/n das Verbindungswort bzw. die Verbindungswörter fehlen. Auf Meldung hin benennen die Lernenden das richtige Verbindungswort oder die richtigen Verbindungswörter.
  2. Das gleiche kann auch auf spielerische Art geschehen. So könnten die Schüler*innen Karten mit Verbindungswörtern erhalten. Daraufhin stellen sie sich in zwei Reihen auf, die in Konkurrenz zueinander stehen. Die beiden Schüler*innen am vorderen Ende der Reihe treten jeweils gegeneinander an. Wer am schnellsten die richtige Karte für die jeweilige Lücke ausgewählt und benannt hat, hat gewonnen. Hierdurch sind die Schüler*innen gezwungen, sich mehr mit dem Ausdruck der linking words zu beschäftigen und die Struktur von Sätzen zu verstehen. Diese Methode eignet sich selbstverständlich am besten für etwas jüngere Schüler*innen.
  3. Auch kann durch Multiple-Choice-Aufgaben geübt werden. So werden je vier Begriffe angeboten, um Sätze zu vervollständigen, – entweder an der Tafel/am Whiteboard oder aber auf einem Arbeitsblatt – und die Schüler*innen haben jeweils den richtigen Ausdruck zu wählen. Damit sie nicht auf gut Glück raten, sollten sie ihre Wahl zudem erläutern können. Dadurch müssen sie kognitiv arbeiten und können nicht einfach nur faul Dinge ankreuzen beziehungsweise ausfüllen.
  4. Eine weitere Übungsweise könnte durch die Korrektur einer Vielzahl an falschen Sätzen geschehen. Oder aber richtige und falsche Sätze werden aufgelistet und die Lernenden haben zu entscheiden, welche korrekt und welche falsch sind, was ebenfalls begründet werden muss.
  5. Insbesondere für etwas jüngere Lernende könnte es auch von Interesse sein, dass mehrere Schüler*innen sich jeweils mit einem Wort so aufstellen müssen, dass es einen Satz ergibt. Daneben steht eine Gruppe mit Verbindungswörtern. Die Person mit dem passenden linking word hat sich dann so zwischen den anderen Schülern*innen zu positionieren, dass der Satz einen Sinn hat. Alternativ könnten auch die Klassenkameraden*innen aufgefordert werden, der Person mit dem passenden linking word zu vermitteln, wo sie sich aufzustellen hat. Durch die Bewegung kann sich dies idealerweise noch besser einprägen.

Abschließend…

Zu guter Letzt lässt sich festhalten, dass Verbindungswörter wichtig für Kohärenz und Kohäsion als auch für den Ausdruck in der Sprache insgesamt sind. Dies muss den Schülern*innen jedoch erst klar gemacht werden. Dies sollte insofern geschehen, als dass sie selbst verstehen lernen, weshalb linking words wichtig und sinnvoll sind. Gerade bei Begrifflichkeiten, welche nicht unbedingt obligatorisch sind, um einen Text beziehungsweise eine Aussage verstehen zu können, ist es noch viel wichtiger als sonst, die Lernenden selbst begreifen zu lassen (induktives Lernen). Durch Übungen und Spiele können die Verbindungswörter dann vertiefend verinnerlicht werden, bevor es dann an das Schreiben längerer Texte geht, in welchen diese Wörter dann Verwendung finden (sollen). Es zeigt sich, dass wir unsere Schüler*innen am besten Stück für Stück an einen besseren Ausdruck in der Sprache heranführen sollten.

Abbildungsverzeichnis:

  • Abbildung 1: „Beispiele für Verbindungswörter“ (eigene Darstellung)
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