Diese Woche, die erste nach den vergangenen zweiwöchigen Ferien, ist wie im Fluge vergangen. Gleichzeitig kann ich mich kaum noch an einzelne Momente erinnern. So sehr war ich in meine Arbeit vertieft. Vor den Ferien habe ich die Entscheidung getroffen, an Unterrichtstagen länger in der Schule zu bleiben, um die zu erledigenden Aufgaben besser in den Griff zu bekommen.

Zu sehr hatte ich in den Wochen seit Beginn des neuen Schuljahrs an den Wochenenden gearbeitet. Immer bestand die Hoffnung, endlich die Kontrolle über meine Arbeiten gewinnen zu können, sodass ich nach den Tagen, an denen ich unterrichte, nicht mehr arbeiten müsste. Genauso, wie mir dies im vergangenen Schuljahr ganz gut gelungen war. Doch, wie dies nur allzu oft der Fall ist: Zu Hause bin ich stets langsamer und lasse mich oft schnell ablenken.

Aus diesem Grund war meine Entscheidung, lieber länger in der Schule zu bleiben und, wenn nötig, bis 19 Uhr oder sogar länger dort zu verweilen, um dann zu Hause nicht mehr für die Schule tätig sein zu müssen. Gut vorangekommen bin ich in dieser Woche zwar, geschafft habe ich aber mal wieder nicht alles. Am gestrigen Samstag habe ich somit noch weitere sieben Stunden am Schreibtisch gesessen – wenigstens konzentriert – und heute noch einmal drei Stunden. Schließlich soll man sich am Sonntag ja auch mal ausruhen…

Gibt es dieses „fertig“ überhaupt?

Fertig zu sein, kenne ich gar nicht mehr. Es gibt immer noch etwas zu tun. Und obwohl ich mir dessen bewusst bin, fällt es mir schwer zu entscheiden, wann meine Arbeit reicht. Ich möchte einfach gut vorbereitet sein. Meine Unterrichtsplanung möchte ich nicht im letzten Moment erstellen und auch die Korrekturen möchte ich nicht allzu lange liegen lassen.

Da derzeit noch dazu das Ende des ersten Trimesters unaufhaltsam näherrückt, bin ich permanent am kalkulieren. Wann erledige ich die Korrektur welcher Klausur? Und wann habe ich Zeit, um die mündlichen Noten zu erstellen? Und dann waren da ja noch die Zeugniskommentare. Gleichzeitig habe ich auch festgestellt, dass ein Jahrgang in zwei Wochen mit der nächsten Unterrichtseinheit beginnen sollte, die noch nicht geplant ist. Es nimmt gar kein Ende.

In dem Moment, in welchem ich diesen Artikel verfasse, habe ich zumindest das Gefühl, einigermaßen gut auf die kommende Woche vorbereitet zu sein. Noch dazu arbeite ich montags nicht und auch der kommende Dienstag ist hier unterrichtsfrei. Und so habe ich den heutigen Nachmittag doch mal wirklich ausspannen können.

„Fertig“ gibt es, aber mehr im körperlichen Sinne

Wenn ich so über diesen Begriff „fertig“ nachdenke, so wird mir bewusst, dass ich diesen doch eher im körperlichen Sinne verspüre: Ich bin einfach nur fertig, kaputt und erschöpft. Und das nicht ohne Grund. Ich habe diese Woche einmal so gut es ging die Stunden zusammengezählt, die ich unterrichtet und für die Schule gearbeitet habe. Als ich das Endergebnis sah, war ich ehrlich gesagt schockiert: 59 (!) Stunden. In Worten „neunundfünfzig“. (Stichwort: Arbeitszeitmodell für Lehrer*innen…)

So viele Stunden und dennoch ist wieder etwas liegen geblieben, das ich für die nächste Woche erledigt sehen möchte. Und dabei habe diese Woche – das erste Mal seit ich diesen Blog betreibe – meinen Artikel nicht einmal am Samstag sondern einem Sonntag hochgeladen. Ich hatte nämlich noch nicht einmal ausreichend Zeit, um mich um Lærari.com  zu kümmern. Der neue Artikel war noch nicht einmal bereit.

Der Schulalltag hat derzeit vollkommen die Überhand gewonnen. Und das trotz der guten Vorsätze, die ich in der Vergangenheit immer wieder getroffen habe. (Siehe hierzu beispielsweise meine Artikel: „Neues Schuljahr, neues Glück?!“ und „Ich bin noch nicht bereit. – Von Ängsten und ,Alltagsinseln‘“) Immer, wenn ich das Gefühl habe, viel weggeschafft zu haben – so wie heute, nach einer Woche voller Arbeit -, kommt die nächste Woche mit neuen Aufgaben um die Ecke.

Abschließend…

Derzeit frage ich mich, wie das in Zukunft laufen soll. Werde ich mit der Zeit besser werden, meine Aufgaben so in den Griff zu bekommen, dass ich tatsächlich an der Mehrzahl der Wochenenden mehr das Gefühl von Entspannung empfinden kann? Nicht gerade hilfreich war, dass dieses Schuljahr eine der neuen Englischlehrkräfte einen Tag vor Beginn des Schuljahrs abgesprungen ist und ich mich mit einer zusätzlichen Klasse wiederfand. Noch dazu handelt es sich dabei um einen Oberstufenkurs. Dabei hatte ich sowieso schon eine weitere Klasse als im letzten Jahr.

So sehr ich auch vorausplane, jede Woche zeigt ihre wahren Tücken erst in deren Verlauf. Zwar fühle ich mich heute etwas positiver in Hinblick auf die erledigten Arbeiten und auf das, was mich in der nächsten Woche erwartet. Wie diese sich aber dann wirklich entwickeln wird, kann ich nicht voraussehen. Den Rhythmus, nach meinem Unterricht noch so lange wie nötig in der Schule zu bleiben, um meine Arbeiten möglichst dort zu erledigen, werde ich erstmal beibehalten. Mal schauen, wie sich dies auf meinen Alltag auswirkt. Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich in Zukunft mehr freie Wochenenden oder zumindest welche mit weniger Arbeit haben werde. 

Und Sie?

Wie gehen Sie mit der ewigen Flut an Aufgaben um? Haben Sie einen Trick? Oder haben sie es geschafft, sich nicht (mehr so) von der Arbeit vereinnahmen zu lassen? Schreiben Sie mir gerne. Ich freue mich auf Ihren Kommentar.