Notenkonferenzen = Papierverschwendung?

Wie es das Ende eines Trimesters oder Schulhalbjahres – je nachdem, in welchem Schulsystem man arbeitet – so an sich hat, folgen auf den Notenschluss stets auch die Notenkonferenzen. Ich mag mich irren, aber es scheint sich wohl kaum eine Lehrkraft auf diese Termine zu freuen. Auch ich gehöre zu denjenigen, die mit Grausen an diese Termine denken. In dieser und der vergangenen Woche hatte ich nun an diesen Terminen teilzunehmen.

Papierstapel

Zu Beginn einer jeden Konferenz erhalten alle anwesenden Personen – von den Lehrkräften über die Elternvertreter*innen bis hin zu den Klassensprechern*innen – zwei Dokumente. Das ist zum einen ein Blatt mit den jeweiligen Durchschnittsnoten der einzelnen Schüler*innen in den Fächern. Zum anderen sind es ein bis zwei Seiten Papier, auf denen die Zeugniskommentare aller Lehrkräfte der jeweiligen Klasse zu deren Gesamtverhalten zu lesen sind.

Da nie ganz klar ist, wieviele Personen schlussendlich zugegen sein werden, kann lediglich Pi mal Daumen kopiert werden. Das da einiges an Papier übrig bleibt, ist nur logisch. Zumeist schauen sich viele diese Seiten auch kaum näher an und im Anschluss an die jeweilige Konferenz landen diese dann auch schon im Müll.

Eine Email mit viel Wahrheitsgehalt

Ein voller Papierkorb

Ehrlich gesagt, habe ich mir bisher gar nicht weiter Gedanken dazu gemacht, was da an Papier zusammenkommt. Oder nur wenig. Das änderte sich, als ich gestern eine Email in meinem Postfach entdeckte.

In dieser schlug eine Mitarbeiterin der Schule Alarm. Die Praktiken an der Schule seien inakzeptabel für ein Etablissement, welches vorgibt, sich für den Umweltschutz zu interessieren und darauf abzielt, die Schülerschaft diesbezüglich zu sensibilisieren.

So schreibt diese Mitarbeiterin weiter, dass in der Zeit der Notenkonferenzen mehr als 8000 Photokopien getätigt werden, von denen ein Großteil unnötig sei. So wäre beispielsweise das Drucken der Zeugniskommentare zum Gesamtverhalten der Klasse ja nicht nötig, da sich die Lehrkräfte im Verlauf der Konferenzen äußerten. Zudem würden die zu diesem Anlass gedruckten Blätter nicht recycelt, sondern landeten im Müll.

Natürlich kommen zu dem Umgang mit Papier noch viele weitere Punkte hinzu. Dass aber mehr als 8000 Kopien gezogen werden und das allein für diese Notenkonferenzen, fand ich doch sehr erschreckend.

Selbstreflexion

Ich persönlich bin mir bewusst, dass ich selbst auch viele Kopien tätige. Das liegt speziell daran, dass wir Englischlehrkräfte uns in den Oberstufenklassen gegen das Anschaffen eines einzelnen Lehrwerks entschieden haben. Dadurch können wir Kapitel aus verschiedenen Büchern auswählen. Ich persönlich befürworte das sogar, da ich meine Unterrichtsinhalte dadurch mehr variieren kann und mehr Freiheit in meiner Unterrichtsgestaltung habe.

Umweltschutz

Ich zähle seit einer Weile aber genauer, wieviele Kopien ich wirklich brauche. Auch drucke ich – außer in Ausnahmefällen – nur noch doppelseitig. Kann ich eine Information mehrfach auf ein Blatt Papier bringen, so tue ich auch dies, wodurch die Schüler*innen dann mitunter nur kleine Papierstreifen erhalten.

Dennoch bin ich mir bewusst, dass ich trotz alledem viel Papier verbrauche. Ich halte es aber für notwendig, um meine Schüler*innen mit dem nötigen Wissen zu versorgen.

CO2-Fußabdruck

In der Mittelstufe kopiere ich nur noch Informationen, die nicht im Lehrwerk stehen, zusätzliche Übungsblätter und natürlich Klassenarbeiten bzw. Tests und die eventuell dazugehörigen Bewertungstabellen. Zumindest in diesem Bereich meiner Klassen konnte ich die Anzahl meiner Kopien stark reduzieren. Vor allem auch dadurch, dass wir in diesem Schuljahr ein neues, deutlich besseres Schulbuch eingeführt haben, mit dem sich tatsächlich gut arbeiten lässt.

Abschließend…

Vermutlich sind wir alle mehr oder weniger Klimasünder*innen. Es lässt sich kaum vermeiden. Zumindest ich schaffe es nicht. In der Schule habe ich nicht die Mittel, um beispielsweise rein elektronisch arbeiten zu können. Um Kopien komme ich somit (derzeit?) nicht herum. Seit Erhalt besagter Email denke ich jedoch noch mehr darüber nach, was ich tun kann, um meinen CO2-Fußabdruck zu reduzieren – speziell in der Schule. Und egal wie gut mir dies in der Zukunft gelingen wird, die Zahl 8000 wird mir auf jeden Fall noch eine ganze Weile im Kopf herumschwirren.

Und Sie?

Wie hält es Ihre Schule denn mit dem Klimaschutz? Und Sie selbst? Haben Sie Ihre Klimabilanz verbessern können? Wenn ja, wie? Oder interessieren Sie sich nicht so sehr für den Umweltschutz? Schreiben Sie mir gerne Ihre Meinung. Ich würde mich sehr freuen.

Abbildungsverzeichnis: