Zu Beginn

Abbildung 1

Fortsetzung meiner vierteiligen Zusammenfassung des Hörbuchs Eat that frog! 21 great ways to stop procrastinating and get more done in less time von Brian Tracy (Die deutsche Übersetzung ist unter dem Titel Eat that frog! 21 Wege, wie Sie in weniger Zeit mehr erreichen erschienen.). Die Übersetzungen aus der englischen Sprache sind meine eigenen. Hier folgt nun der zweite Teil meiner Zusammenfassung.

Kapitel 3: Wenden Sie auf alles die 80/20-Regel an

Der deutsche Philosoph Johann Wolfgang von Goethe soll einst geschrieben haben: „Wir haben genug Zeit, wenn wir sie nur richtig verwenden.“ 

Abbildung 2

Die 80/20-Regel, auch als Pareto-Prinzip bezeichnet (nach seinem Erfinder Vilfredo Pareto, einem italienischen Wirtschaftswissenschaftler), ist eines der hilfreichsten Konzepte bezüglich des Zeitmanagements als auch der Steuerung des eigenen Lebens. So besagt diese Regel u.a., dass 20% Ihrer Aktivitäten 80% Ihrer Resultate ausmachen. Von einer Liste von zehn Aufgaben, die Sie am heutigen Tag zu erledigen haben, sind somit zwei Punkte so wertvoll wie die anderen acht Punkte zusammen – oder sogar mehr. 

Bei den Aufgaben, die von viel größerem Wert sind als die anderen Punkte Ihrer Liste, handelt es sich also um Ihre Frösche, die Sie als erstes „verspeisen“ sollten. Widerstehen Sie der Versuchung, kleine Dinge aus dem Weg zu schaffen. Beginnen Sie stattdessen stets mit einer wichtigen Aufgabe, damit dies zur Gewohnheit wird. Die wertvollsten Aufgaben, die Sie jeden Tag erledigen können, sind meist die härtesten und komplexesten.  

Kapitel 4: Berücksichtigen Sie die Konsequenzen

Machen Sie sich über die potenziellen Auswirkungen einer Aktivität oder Aufgabe auf Ihre Arbeit oder Ihr Leben bewusst. Dies hilft, sich darüber im Klaren zu werden, wobei es sich wirklich um Ihren nächsten Frosch handelt. Die Langzeitperspektive ist dabei zentral. Menschen, die weitsichtig auf ihr eigenes Leben und die eigene Karriere schauen, treffen bedeutend bessere Entscheidungen bezüglich der eigenen Zeit und Aktivitäten als Menschen, die wenig über die eigene Zukunft nachdenken. Ein derartiges Langzeitdenken erleichtert das Treffen zeitnaher Entscheidungen, da man sich darüber im Klaren ist, was einem auf lange Sicht wirklich wichtig ist. 

Die Belohnung zurückstellen

Erfolgreiche Menschen sind dazu bereit, die eigene Belohnung zurückzustellen und auf kurze Sicht mehr Opfer zu bringen, sodass sie dann langfristig eine größere Belohnung genießen können. Es geht somit nicht darum, irgendetwas zu tun, nur damit man das Gefühl hat, etwas getan zu haben. Stattdessen sollte etwas getan werden, was einem dem eigenen Ziel näher bringt. So bringt uns beispielsweise das stete Lesen über unser Berufsfeld, das Besuchen von Kursen, um unsere Fertigkeiten zu verbessern, und ähnliches bedeutend weiter, als sich mit Kollegen*innen über den letzten Klatsch zu unterhalten. 


Zwar haben wir als Lehrkräfte in unserem Berufsfeld keine Promotionen oder ähnliches. Dennoch ist es auch hier wichtig, vorausschauend zu planen. Was erwarte ich von meiner Zukunft und meiner Karriere? Möchte ich eine bestimmte Funktion innehaben? So gibt es Lehrkräfte, die sich viel eher in der Position eines*r Schulleiters*in sehen. Ist dies das deutliche Ziel, so sollte schon frühzeitig darauf hingearbeitet werden. Geht es einer Person hingegen um die Möglichkeit verbeamtet zu werden, so sollte auch hier langfristig gearbeitet werden. Was ist nötig, um dies zu erreichen? 


Seien Sie sich darüber im Klaren, dass die Zeit sowieso vergehen wird. Die eigentliche Frage besteht darin, wie Sie diese nutzen und wo Sie nach all den Wochen und Monaten stehen. 

Kapitel 5: Trainieren Sie stetig die ABCDE-Methode

Der Poet William Matthews sagte: „Das erste Gesetz des Erfolgs ist die Konzentration – alle Energien auf einen Punkt zu bündeln und genau dorthin zu gehen, weder nach rechts noch nach links zu schauen.“ (Original: „The first law of success is concentration. To bend all the energies to one point, and to go directly to that point, looking neither to the right nor to the left.“)

Abbildung 3

Folgendes ist sicherlich bereits klar geworden: Je mehr Überlegung Sie darauf verwenden, wie Sie Ihre Prioritäten setzen, bevor Sie beginnen, desto wichtigere Dinge werden Sie erledigen und desto schneller werden Sie dies tun, sobald Sie mit der Arbeit begonnen haben. Um Prioritäten zu setzen, erweist sich die ABCDE-Methode als starke Technik. Diese Methode funktioniert folgendermaßen: Notieren Sie alle Dinge für den Folgetag in einer Liste. Daraufhin schreiben Sie ein A, B, C, D oder E vor jeden Aspekt dieser Liste. 

Was bedeutet ABCDE?

A-Aufgaben sind sehr wichtige Dinge, die Sie tun müssen, wenn Sie nicht mit ernsthaften Konsequenzen konfrontiert sein möchten. Hierbei handelt es sich um die Frösche in Ihrem Leben. Haben Sie mehrere davon, so ordnen Sie diese nach Wichtigkeit: A1, A2, A3 usw., wobei A1 Ihr größter und ekligster Frosch von allen ist. 

Eine B-Aufgabe ist etwas, was Sie tun sollten, aber nur leichte Konsequenzen hätte, wenn dies unerledigt bliebe. Diese Aufgaben bezeichnet der Autor als Kaulquappen. Es mag vielleicht jemand unzufrieden sein, wenn Sie diese nicht erledigen, aber Sie sind bei weitem nicht so wichtig wie eine A-Aufgabe. Dies sind beispielsweise das Checken von Emails oder die Reaktion auf unwichtige Telefonnachrichten. 

Eine C-Aufgabe ist etwas, was schön wäre, es zu tun. Wird dies aber nicht getan, so gibt es keinerlei Konsequenzen. Dies beinhaltet den Anruf bei einem*r Freund*in, das Kaffeetrinken oder Mittagessen mit einer*m Kollegen*in oder die Vollendung privater Aufgaben während der Arbeitszeit. 

Eine D-Aufgabe kann an andere Personen abgegeben werden. Delegieren Sie, was jemand anderes erledigen kann, sodass Sie mehr Zeit für die A-Aufgaben haben, die nur Sie erledigen können. 

Eine E-Aufgabe ist etwas, was Sie vollkommen streichen könnten, ohne einen wirklichen Unterschied. Das kann etwas sein, das Ihnen einst wichtig war, aber nun nicht mehr relevant für Sie oder jemand anderes ist. Oftmals fährt man hiermit fort, weil es eine Gewohnheit ist oder es einem Spaß macht. 

Kapitel 6: Konzentrieren Sie sich auf die wesentlichen Ergebnisbereiche

Jeglicher Beruf kann in fünf bis sieben wesentliche Ergebnisbereiche unterteilt werden – selten mehr. Hierbei handelt es sich um Arbeitsbereiche, für die Sie vollkommen verantwortlich sind und die Sie erledigen müssen. Andererseits käme das Ganze ins Stocken. Niemand würde diese Aufgaben an Ihrer Stelle ausführen. Schließlich verfügen Sie über das zentrale Wissen und gewisse Fertigkeiten, um Ihren Beruf ausführen zu können.

Identifizieren Sie zunächst Ihre wesentlichen Ergebnisbereiche, allein oder mit Hilfe wie die Ihrer*s Vorgesetzten. Dann sollten Sie sich in jedem dieser Bereiche bewerten. Wo sind Sie stark und wo liegen Ihre Schwächen? Tracy meint, dass der Bereich, in welchem Sie dabei am schwächsten abschneiden, über die Stärke entscheidet, in welcher Sie Ihre anderen Fertigkeiten und Fähigkeiten verwenden können. Sind Sie in allen sechs Bereichen stark, im siebten Bereich jedoch äußerst schwach, so wird Sie diese schwache Performanz in jenem Bereich zurückhalten. Außerdem wird dies darüber entscheiden, wie viel Sie mit all den anderen Kompetenzen erreichen. 


Der Autor des Buchs bezieht sich in seinen Beispielen fast ausschließlich auf die Wirtschaftswelt. Ich habe mir jedoch Gedanken darüber gemacht, inwiefern dies auch auf den Lehrberuf zutrifft. Zu den Kernkompetenzen einer Lehrkraft gehören beispielsweise Aufgaben wie das Classroom Management. Wenn dieses beispielsweise nicht gut genug beherrscht wird, so kann sich dies negativ auf alle anderen Fertigkeiten auswirken. Der Unterricht kann noch so schön vorbereitet sein. Schafft es die Lehrkraft nicht, die Klasse ausreichend unter Kontrolle zu halten, so wird dies alles andere zunichte machen. 


Verbessern statt Vermeiden

Ein zentraler Grund für Prokrastination und das Aufschieben am Arbeitsplatz ist der, dass Menschen Arbeiten und Aufgaben in den Bereichen vermeiden, in denen sie in der Vergangenheit schlecht abgeschnitten haben. Das verschlimmert die Situation nur zusätzlich. Selbstverständlich haben wir alle Stärken und Schwächen. Statt die Schwächen aber zu rechtfertigen und diese bestehen zu lassen, sollten Sie diese stattdessen klar identifizieren, sich ein Ziel setzen und einen Plan machen, wie Sie in jedem dieser Bereiche richtig gut werden können.


Aus diesem Grund gehe ich auf meinem Blog offen mit meinen Schwächen um. Lehrkräfte sind nicht perfekt. Auch wenn wir mitunter Lehrkräften begegnen, die scheinbar von Anfang an perfekt zu sein scheinen, so haben diese mit Sicherheit auch ihre Schwächen. Zwar meinen viele, dass man keine Lehrperson wird, sondern dies in der Regel ist oder eben nicht. Ich möchte dem aber widersprechen. Es ist schließlich noch kein*e Meister*in vom Himmel gefallen und ebendies gilt auch für Lehrkräfte. 


Überlegen Sie sich folgendes: Welche eine Fertigkeit, vorausgesetzt ich entwickle diese in einer exzellenten Art und Weise und führe diese ebenso aus, würde den größten, positiven Effekt auf meine Karriere haben? Versuchen Sie, diese Frage zukünftig zu verwenden, um Sie in Ihrer Karriere zu leiten.

Kapitel sieben: Folgen Sie dem Gesetz erzwungener Effizienz 

Das Gesetz erzwungener Effizienz besagt folgendes: Es besteht nie genug Zeit, um alles zu tun. Es besteht jedoch stets genug Zeit, um die wichtigste Sache zu tun. Machen Sie sich also von der Denkweise los, alles tun zu können, was Sie zu tun haben. Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, welche Aufgaben im Augenblick den wertvollsten Nutzen Ihrer Zeit darstellen. Setzen Sie Prioritäten.

Unter Druck arbeiten

Abbildung 4

Läuft einem die Zeit davon und die drohenden Konsequenzen könnten sehr ernst sein, sollte die zentrale Aufgabe nicht beendet werden können, so finden wir doch irgendwie immer Zeit, diese zu erledigen und das oftmals in allerletzter Minute. Wir tun alles, um nicht die negativen Konsequenzen tragen zu müssen.

Viele Menschen meinen, dass sie besser unter dem Druck von Fristen arbeiten. Dies entspricht jedoch nur selten der Realität, wie Jahre an Studien gezeigt haben. Stattdessen leiden Menschen unter dem Druck an Fristen, die durch Prokrastination noch dazu oftmals selbstverschuldet sind, vermehrt an Stress. Sie machen mehr Fehler und haben mehr Aufgaben zu wiederholen als unter irgendwelchen anderen Gegebenheiten. Manchmal benötigt die Arbeit sogar bedeutend mehr Zeit, um fertiggestellt zu werden, wenn Menschen sich beeilen, um diese in der letzten Minute fertigzustellen und dann müssen sie diese noch einmal erledigen.


Ich kann hier nur bestätigen, dass wir uns oft zu viel aufbürden. Wir möchten am liebsten alles erledigen. Oftmals rührt diese Denkweise auch von einem Hang zum Perfektionismus her. Überlegen wir uns aber, wieviel Zeit beispielsweise die Korrektur von Abiturklausuren in Anspruch nimmt, so wird schnell klar, dass während der Korrekturperiode der Unterricht, den Sie in dieser Zeit geben, nicht bis ins kleinste Detail geplant werden kann. Sie können nicht alles schaffen. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche.


Literaturnachweise:

Abbildungsverzeichnis

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