Wer das Wort „unregelmäßige Verben“ nur ausspricht, der wird von vielen Schülern*innen nur ein Aufstöhnen zu hören bekommen. Da es hierfür keine Regeln gibt, sondern diese und deren Formen stumpf auswendig gelernt werden müssen, ruft die Arbeit mit diesen nicht gerade Begeisterungsstürme hervor. Leider ist es aber nun einmal wichtig, diese zu beherrschen. Es gilt also, erfinderisch zu werden.

Ein großer Erfolg

Auf der Suche nach Spielen, mit denen sich die unregelmäßigen Verben im Unterricht auf interessantere Art und Weise üben lassen, bin ich auf iSLCOLLECTIVE auf das kommende Spiel gestoßen. Nachdem ich es etwas abgewandelt und meinem Unterricht angepasst habe, hat sich dieses in allen eingesetzten Klassen als ein großer Erfolg erwiesen. Und auch ein Kollege, mit dem ich dieses Spiel geteilt habe, hat die gleichen Erfahrungen in seinen Klassen gemacht.

Das Spiel

Das Kartenspiel

Bei diesem Spiel handelt es sich um ein Kartenspiel. Auf jeder Karte befindet sich ein unregelmäßiges Verb mit einer Ziffer zwischen 1 und 16. Dieses Spiel wird mit einem/einer Partner*in gespielt. Jedes Paar erhält einen Stapel der Karten, mischt diese und verteilt diese gleichmäßig auf die beiden spielenden Personen. Jede Person legt den Stapel der erhaltenen Karten mit der Abbildung nach unten vor sich ab.

Dann geht es los: Beide Partner*innen heben jeweils die erste Karte des eigenen Stapels ab. Daraufhin nennen sie die drei Formen des unregelmäßigen Verbs: Präsenz bzw. Infinitiv, Simple Past und Past Participle. Haben beide Personen die drei Formen auf korrekte Weise benannt, so erhält die Person mit der höheren Punktzahl auf ihrer Karte beide Karten.

Für die weiteren Fälle wurde in den Regeln online nichts genannt, weshalb ich mir hierfür selbst etwas überlegt habe: Hat sich eine Person geirrt, so erhält die andere Person beide Karten. Liegen beide Schüler*innen falsch, so wird die eigene Karte wieder unter den eigenen Stapel geschoben. (Während des Schreibens hatte ich hingegen noch den Einfall, dass hierfür auch ein extra Stapel gebildet werden könnte. Schließlich würde es beim anschließenden Auszählen der Karten sonst so aussehen, als hätte man die Karte gewonnen.)

Natürlich sollte das Heft bei dieser Übung zubleiben. Allerdings habe ich meinen Schülern*innen gestattet nachzuschauen, sollten sie sich bei einem Wort nicht sicher sein. Danach sollte das Heft aber wieder geschlossen werden.

Vorbereitung

Um sicherzugehen, dass meine neuen Klassen das Spiel auch direkt anwenden können, fokussierte ich mich bei der Auswahl der Verben auf die häufigsten. Zudem reduzierte ich deren Anzahl. Es war mir lieber, eine geringe Menge an Verben aufzugeben, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass diese beherrscht würden.

Diese gab ich den Schülern*innen in Form einer Liste, die sie über einige Tage hinweg wiederholen sollten. (Zwar war es eine Wiederholungsübung, aber leider beherrschen viele Lernende die unregelmäßigen Verben nicht oder nur ungenügend.)

Das Fazit

Zwar hatte ich gehofft, dass den Schülern*innen dieses Spiel gefallen könnte, aber mit so einem großen Erfolg, wie ich diesen in meinen Klassen habe feststellen können, habe ich nicht gerechnet. Selbst die Schüler*innen, die die ersten Tage nur mit wenig Lust am Unterricht teilgenommen haben, waren mit großer Begeisterung dabei. Natürlich wurde es mitunter auch mal lauter, aber das gehört dazu. Da darf man sich nicht zu viele Sorgen machen, dass sich Nachbarklassen gestört fühlen könnten. Zu Not können diese ja bescheid geben.

Nach Beendigung des Spiels habe ich auch nach der Meinung der Klassen gefragt. Das Feedback war ausschließlich positiv. In einer Klasse haben mir die Schüler*innen sogar dafür gedankt.

Somit kann ich dieses Spiel nur empfehlen. Ich habe es zwar bisher nur in der Mittelstufe eingesetzt, aber auch für die Oberstufe kann ich mir den Einsatz dieses Spiels vorstellen. Gerade dann, wenn sie beispielsweise an einem Freitagnachmittag nicht mehr ganz so motiviert sind. Hier würde ich jedoch eine größere Anzahl an Karten verwenden.

Die Karten lassen sich auch noch weiter einsetzen. So habe ich die Lernenden später jeweils ein Verb ziehen lassen, um mit diesem über die vergangenen Ferien zu sprechen und das Gesagte auch aufzuschreiben. Dadurch waren sie gezwungen, die Verben der Vergangenheit aktiv zu üben.

Ein Zusatz:

In einer späteren Stunde habe ich zusätzlich in einem Test einige der Verben mit ihren drei Formen abgefragt. Der Großteil der Schüler*innen beherrschte die richtige Schreibweise. Eine Minderheit hatte hingegen Probleme. Bei manchen sah es eher danach aus, als würden sie so schreiben, wie sie das Verb sprechen würden. Diesbezüglich wurde ich mir bewusst, dass das Spiel ausschließlich auf mündlicher Ebene beruhte. 

Dementsprechend könnte ich mir für einen späteren Einsatz vorstellen, die Schüler*innen die Formen auch buchstabieren oder sogar sowohl sagen als auch schreiben zu lassen. Auf diese Weise würden sowohl die richtige Aussprache als auch die richtige Schreibweise geübt.

Literaturverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis:

  • Abbildung 1: „Das Kartenspiel“ (eigene Darstellung)
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