Es ist noch kein (Fremdsprachen-)Lehrer vom Himmel gefallen.

Schlagwort: Erschöpfung

Wie findet man als Lehrer*in Erholung?

Diese Frage treibt mich in letzter Zeit immer mehr um. Denn ich fühle mich permanent überarbeitet. Stets habe ich das Gefühl, nicht alles schaffen zu können. Immer bleibt noch etwas liegen. Meine To-do-Liste ist nie ganz abgearbeitet. Und solange ich nicht all diese Aufgaben erledigt habe, schaffe ich es auch nicht, mir Erholung zu gönnen. 

Der Gedanke „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ ist scheint‘s so stark in mir verankert, dass ich vor Beendigung der notwendigen Aufgaben keinerlei Freude zulassen kann. Die Schlussfolgerung ist: Wenn ich nicht alle Aufgaben geschafft habe, so wird aber auch keine Erholung zugelassen.

Abschalten, aber wie?

So kann es aber nicht weitergehen. Es ist klar, dass ich lernen muss abzuschalten. Ich bin mir bewusst, dass ich mir die nötigen Pausen zugestehen muss – egal, ob die Aufgaben alle erledigt sind oder nicht. Aber wie?

In vielen Artikeln habe ich über Methoden geschrieben, die für mehr Ruhe sorgen sollten. Nun aber, da ich mit deutlich mehr Stunden als in den Vorjahren und auch mehr Klassen zu kämpfen habe, schaffe ich es kaum noch, diese Strategien auch in die Tat umzusetzen. Speziell dann, wenn die letzten Noten eingetragen und die Zeugniskommentare geschrieben werden müssen. Viel zu oft fühle ich mich einfach nur noch ausgelaugt.

Kann bewusstes Planen helfen?

Diesmal kann ich deshalb nicht mit einer schlauen Idee aufwarten. Was einzig Sinn zu ergeben scheint, wäre ein stetiges Üben der Erholung. Ich muss lernen, bewusst Pausen zu machen. 

Da ich zuletzt mehr und mehr verlernt zu haben scheine, Pausen einzulegen und bewusst nicht an die Arbeit zu denken, scheint es mir ratsam, meine Zeit besser zu planen. Dabei gilt es speziell, Phasen der Erholung einzuplanen. An meinen unterrichtsfreien Tagen sollte ich klar festlegen, wann oder nach wie vielen Stunden ich eine Pause mache. Egal, ob ich mich gerade mitten in einem Arbeitsabschnitt befinde oder diesen gerade beendet habe.

Schließlich geht es hier um meine Gesundheit und mein Wohlbefinden.

Abschließend…

Ich bin mir dessen bewusst, dass ich (wieder) erlernen muss, für die notwendige Erholung zu sorgen. Der Beruf einer Lehrkraft ist nicht einfach und stiehlt viel Energie. Permanent nur zu arbeiten kann dabei schnell zu einem dauerhaften Erschöpfungszustand führen, schlimmstenfalls sogar zu Burnout. Es liegt somit in meinem eigenen Interesse, dies zu vermeiden.

Wie immer werde ich Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten. Schreiben Sie mir auch gerne Ihre Tipps, wie Sie für die nötige Erholung sorgen. Denn ich weiß nicht mehr wirklich weiter, wie ich endlich wieder für mehr Ruhe sorgen kann – und das nicht nur während der Ferien.

Ausnahmezustand – Das Arbeiten für die Schule hat Überhand genommen

Im Ausnahmezustand. So und nicht anders kann ich mein Leben derzeit nur beschreiben. Der Duden definiert den Begriff Ausnahmezustand folgendermaßen: ein „außergewöhnlicher, unüblicher, eine Ausnahme darstellender Zustand“.

Worum es geht? Seit drei Wochen arbeite ich wöchentlich fast 60 (!) Stunden für die Schule. Sechzig Stunden!!! Da es aber bereits seit drei Wochen so geht, frage ich mich, ob man hier noch von einer Ausnahme sprechen kann. Denn ein Ende ist noch nicht wirklich in Sicht.

Auf die Dauer nicht möglich

Dass das alles zu viel ist, ist nur logisch. Das merke ich nicht nur an meinem derzeitigen dauerhaften Erschöpfungszustand. Wie es nicht anders sein konnte, haben sich nach einer Weile auch die ersten Krankheitssymptome bemerkbar gemacht. Seit vergangenem Samstag plage ich mich nun auch noch mit einem grippalen Infekt herum. Echte Zeit zum Ausruhen habe ich aber nur an jenem Wochenende gefunden. Danach hieß es dann auch schon wieder arbeiten, um all die zu erledigenden Dingen zu schaffen.

Gerade durch das Ende des Trimesters – Notenschluss war am vergangenen Sonntag – und die damit verbundene Arbeit wurde die Zeit nochmal doppelt anstrengend. Der Abschluss eines Trimesters bedeutet zum einen, die letzten Klassenarbeiten/Klausuren schreiben zu lassen und zu korrigieren sowie mündliche Noten zu verteilen – das wird nicht verlangt, ich tue es aber dennoch, um den Schülern*innen auch widerzuspiegeln, dass sich eine aktive mündliche Beteiligung und die im Unterricht erforderliche Aufmerksamkeit rechnen. Zum Anderen müssen auch Zeugniskommentare geschrieben werden. Und das für jede einzelne Person. Bei meinen derzeit 173 Schülern*innen nimmt auch dies natürlich sehr viel Zeit in Anspruch. 

Zu „guter“ Letzt folgen auf die Fertigstellung der Noten und der Zeugniskommentare auch noch die Zeugniskonferenzen. Anstatt diese um eine humane Zeit stattfinden zu lassen – schließlich soll man am nächsten Tag ja wieder unterrichten -, sind diese zwischen 17 und 20 Uhr anberaumt. Wer also Konferenzen von 19 bis 20 Uhr erwischt hat, ist echt gekniffen. Und wie konnte es nicht anders sein: Dieses Mal musste ich genau diesen Zeitraum erwischen…

Und dann ging gar nichts mehr

Am vergangenen Donnerstag fand ich mich also von 7 Uhr – Unterrichtsbeginn ist um 7:30 Uhr. – bis 20:15 Uhr in der Schule wieder. Um mit meinen Arbeiten voranzukommen, blieb ich in den freien Stunden in der Schule. Sowieso schon durch meinen grippalen Infekt gebeutelt, war ich abends natürlich ausgesprochen erschöpft. Dass wir Lehrkräfte aber auch ausreichend Zeit zum Ausruhen brauchen, scheint der Schulleitung nicht in den Sinn zu kommen.

Am Folgetag sollte ich also bereits wieder um 7:30 Uhr zum nächsten Unterricht antreten. Und dabei sind meine Freitage alle zwei Wochen sowieso viel zu lang: von 7:30 Uhr bis 17:00 Uhr. An diesen Tagen habe ich nach der ersten Stunde eine und nach der dritten Freistunde noch einmal zwei Freistunden. Dennoch schlauchen diese Tage sehr. Auch gestern wäre dies so gewesen. Im Anschluss daran sollte ich jedoch auch noch an zwei Notenkonferenzen – von 18:00 bis 20:00 Uhr – teilnehmen.

Gestern wäre ich also 13 Stunden lang in der Schule geblieben. Ist das normal? Ich finde nicht.

Anscheinend empfand dies auch mein Körper so. Denn gestern, während der ersten Unterrichtsstunde, musste ich erschreckend feststellen, dass mit einem Mal mein Gesichtsfeld gestört war. An den Rändern bemerkte ich ein Flimmern und auch einige Sterne. Ich konnte den Unterricht dann noch zu Ende bringen und bin daraufhin in meiner Freistunde zur schuleigenen Krankenschwester. Diese hat mich daraufhin nach Hause geschickt, mit dem Rat, mich auszuruhen und einen Arzt aufzusuchen.

Es war also deutlich zu viel für meinen Körper. Bedeutsam war auch, dass ich mich trotz mehrfachen Schlafens an diesem Tag auch abends nicht besser fühlte. Wie hätte ich da noch bis um 20 Uhr aktiv in der Schule sein können?

Kein Wunder

Insgesamt ist es nicht verwunderlich, dass ich dieses Jahr soviel mehr mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen habe als im Vorjahr. Schließlich habe ich zwei Klassen mehr. Das bedeutet 4,5 Stunden mehr Unterricht pro Woche. Das macht einen deutlichen Unterscheid aus.

All die nötigen Arbeiten zu meiner persönlichen Zufriedenheit ausführen zu können, schaffe ich derzeit kaum.

Natürlich wird dieses Mehr an Arbeit bezahlt. Was bringt mir das aber, wenn ich gar keine Zeit habe, um dieses Geld auch auszugeben? An private Aktivitäten zu denken ist kaum noch möglich.

Heute fühle ich mich nur wenig besser als gestern. Ich hoffe, dass mich ein Ausruhen an diesem Wochenende wieder auf die Beine bringen wird. Zum Glück habe ich montags keinen Unterricht. Das verschafft mir drei Tage Wochenende.

Konsequenzen für Lærari

Insgesamt wünsche ich mir, wieder mehr Zeit für mich und meine Hobbys zu haben. Gleichzeitig habe ich aber das Gefühl, dass ich kaum gegen die Flut an Arbeiten ankomme.

Seit ich vor zwei Jahren mit dem Schreiben auf diesem Blog begonnen habe, ist es mir noch nie untergekommen, dass ich keine Zeit hatte, um einen Artikel zu schreiben und zu veröffentlichen.

Und dann kam dieses neue Schuljahr. Ich bin gefühlt am Dauerarbeiten. Und selbst die vergangenen Ferien haben mir nicht sonderlich geholfen, um Herr über meine Arbeiten zu werden.

Aus diesem Grund habe ich die vergangenen beiden Samstage das erste Mal seit Bestehen dieser Website keinen Artikel veröffentlicht. Ich arbeitete soviel, dass ich im Anschluss daran verständlicherweise keinerlei Energie und auch Muße mehr hatte, um einen Artikel schreiben zu können. Und das hat mir wehgetan. Denn, wie ich bereits in einem vorhergehenden Artikel beschrieb, tut mir das Schreiben auf Lærari gut (Lesen Sie hierzu: „Happy Birthday! – Lærari wird 2 Jahre alt!“). Es ist meine Zeit für mich. Und diese wurde mir durch das viele Arbeiten gänzlich genommen.

Abschließend…

Eigentlich sollte das Arbeiten doch dazu dienen, leben zu können. Denn wie heißt es noch so schön: Wir leben nicht, um zu arbeiten. Wir arbeiten, um zu leben. Derzeit sehe ich jedoch in meinem Leben eher das Gegenteil. Zeit für Privates habe ich in letzter Zeit kaum oder keine gehabt.

Licht am Ende des Tunnels sehe ich dabei auch nicht so wirklich. Denn, obwohl die Notenkonferenzen in der nächsten Woche vorbei sein werden, die zusätzlichen Unterrichtsstunden werden nicht verschwinden. Im Moment kann ich nicht sagen, wie sich das Schuljahr in der nächsten Zeit entwickeln wird. Ich möchte auch nicht mehr über meine Hoffnungen sprechen, denn so langsam gebe ich die Hoffnung auf, in Zukunft mehr Zeit für mich zu haben. Auf jeden Fall werde ich Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten.

Erschöpfung und Müdigkeit 2.0 – Eine Ursachensuche

Die Ferien sind vorüber und die Erschöpfung ist da…

Gerade erst sind zwei Wochen Ferien vorübergegangen und man möchte meinen, dass ich nun ausgeruht und voller Energie in die letzte Phase des Schuljahres starten sollte. Dem ist jedoch nicht so. In der Regel schreibe ich meine Artikel donnerstags. Dabei handelt es sich um meinen freien Tag (abgesehen selbstverständlich von den Wochenenden). Während ich hier vor dem Laptop sitze, muss ich feststellen, wie erschöpft ich mich plötzlich fühle. Ich möchte mich eigentlich nur hinlegen und gar nichts tun. Woher kommt dies aber, wo doch gerade Ferien waren?

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