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Wie wird man ein/e gute/n Sprecher/in? Dieser Frage gingen einige unserer Schüler*innen in der vergangenen Woche nach. Bei diesen handelte es sich um die Teilnehmer*innen am diesjährigen Rhetorikwettbewerb, den ein Kollege seit ein paar Jahren an unserer Schule organisiert. Dieses Mal gab es jedoch eine Neuheit: Die Schüler*innen, die es bis in die Endrunde geschafft haben (aus den Klassenstufen 8 bis 12), durften diesmal an der amerikanischen Botschaft hier in Abidjan an einer Art Workshop teilnehmen. Im Rahmen dessen wurde ihnen durch verschiedene Aktivitäten verdeutlicht, was eine gute Rhetorik – als die Kunst der Rede – ausmacht.

Abbildung 1: Das Rednerpult

Der Einstieg

Teil des Rhetorikwettbewerbs ist auch eine Debatte. Auch hier gilt es, andere mit den eigenen Argumenten zu überzeugen. Die Leiterin des Workshops hat dabei interessant in das Thema hineingeführt.

Denn sie stellte folgende Frage: „Was würdest du eher tun: die Sohle deines Schuhs ablecken oder das Gericht essen, welches du am wenigsten magst?“ Darauf hin sollten sich die Schüler*innen positionieren: links „Team Schuhsohle“, rechts „Team unbeliebtestes Gericht“ (meine Bezeichnungen, nicht ihre). Und dann sollte jeweils eine Person aus der ersten Gruppe eine Begründung nennen, dann eine Person aus der zweiten, dann wieder jemand aus der ersten Gruppe und so weiter. Was mir erst gar nicht bewusst war, war, dass die Leiterin des Workshops hier bereits in eine Debatte führte.

Gute Rhetorik – die Rede

Dann ging es an die Analyse. Zwei Videos wurden geschaut und die Elemente, die den Schülern*innen auffielen – sowohl gut als auch schlecht – wurden gesammelt. Dann stellte die Leiterin ihnen verschiedene Strategien vor, wie man eine Stegreifrede formuliert, wie man diese vorträgt und was bei Problemen wie fehlendem Wissen getan werden kann.

Nun ging es an die Umsetzung des Wissens: Die Schüler*innen sollten selbst eine Rede halten. Jede/r zog ein Thema. Vorgabe war ein Aufhänger, ein Hauptteil, für welchen sie eine der zwei vorher besprochenen Strategien wählen sollten, und ein Fazit. Für die Vorbereitung standen sieben Minuten bereit, für die Rede selbst drei Minuten.

Dann ging es ans Vortragen. Interessant fand ich, dass die Zuhörer*innen im Anschluss jeder einzelnen Rede ausschließlich positives Feedback geben sollten. Verbesserungsvorschläge wurden erst im Anschluss an alle Reden gesammelt. So wurde dieses global gehalten und keine einzelne Person direkt attackiert.

Gute Rhetorik – die Debatte

Vor die Wahl gestellt, wählten die Schüler*innen anschließend eine Kurzdebatte als nachfolgende Aktivität aus. Wie zuvor zeigte die Leiterin des Workshops auch hier anhand eines Beispiels, wie eine derartige Debatte aussehen sollte, woraufhin diese in die Tat umgesetzt wurde: 

Zunächst wurde natürlich das Thema festgelegt. Nach der Sammlung von Argumenten in der Pro- und der Contragruppe (zwei Minuten) ging es ans Debattieren. Dabei sollte die/der Moderator*in in die Hände klatschen und entweder „Pro“ oder „Contra“ sagen. Die jeweilige Seite nannte dann ein Argument. Dann klatschte die moderierende Person erneut in die Hände, um die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen und so weiter. Am Ende wurde dann genannt, wer gewonnen hat, was auch begründet werden sollte. 

Das Debattieren schien den Schülern*innen offensichtlich viel Spaß zu bereiten.

Der Workshop endete mit einer geleiteten Feedbackrunde, bei der entweder etwas genannt werden sollte, was den Schülern*innen Freude bereitet hat, etwas, was sie an diesem Tag neu ausprobiert hatten oder etwas, was als schwierig empfunden hatten.

Abschließend…

Offensichtlich hat den Schülern*innen dieser Workshop viel Freude bereitet – das haben sie im Anschluss an den Workshop auch bestätigt – und sie haben sicherlich auch viel für sich mitnehmen können. Inwiefern sie dieses Wissen erfolgreich in der Endrunde des Debattierwettbewerbs werden einsetzen können, wird sich zeigen. Sollten Sie Genaueres zu den verschiedenen Schritten wissen wollen, die die Leiterin vorgestellt hat, so schreiben Sie mich gerne an.

Mich würde noch interessieren, ob und wenn ja, wie sie Debatten im Unterricht durchführen. Sprechen Sie mit Ihren Schülern*innen über eine gute Rhetorik? Teilen Sie gerne Ihre Erfahrungen.

Abbildungsverzeichnis:

Bevor Sie gehen...

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